Call for Papers

Alltagsorte der Migration

Auf der Jahrestagung unserer Akademie vom 28. bis 30.09.2018 in Mainz werden vor dem Hintergrund der bisherigen und aktuellen Flüchtlingsbewegungen und Zuwanderungen unter Einbeziehung unterschiedlichster Fachdisziplinen die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Planung herausgearbeitet. In Referenz zum European Year of Cultural Heritage 2018 wird dabei Migration als Teil des kulturellen Erbes Europas beleuchtet. Ziel der Jahrestagung ist, nicht eine neue theoretische Grundlegung für den Umgang mit – zunehmend kulturkreisübergreifender – Migration, sie wird vielmehr Impuls zur Weiterentwicklung interdisziplinär fundierter, handlungsleitender Strategien und Konzepte sein. Weiterlesen →

09. Dezember 2017 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Diskussion, Europa, Politik, Stadtentwicklung, Vortrag, Welt, Wohnen | Schlagwörter: , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Rebellion und Reflexion

… lautet der Titel der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr.-Ing. Werner Durth, die er am 29.11.2017 im Hörsaal- und Mediengebäude auf der Lichtwiese in Darmstadt hält. Damit geht sein rund 20jähriges Wirken an der TU Darmstadt endgültig seinem Ende entgegen. Die FAZ würdigte am Samstag seine vielfältigen Verdienste für seine Wahlheimat Darmstadt, aktuell insbesondere seine Unterstützung des Weltwerbeantrags für die Mathildenhöhe.

Über den genauen Inhalt der Abschiedsvorlesung ist wenig bekannt. Da der Titel den Zusatz „Baukultur 1967ff“ trägt, kann jedoch spekuliert werden: Nach der Rebellion, die vor allem in Frankfurt auch ein „Häuserkampf“ war, kam der Marsch durch die Institutionen. Schon in seinem Buch „Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900-1970“ wies Werner Durth eine erstaunliche personelle und in Teilen inhaltliche Kontinuität bei verantwortlichen Architekten und Stadtplaner vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland nach. Es könnte also sein, dass er den wirklichen Bruch mit der Vergangenheit in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht erst mit der 68er-Bewegung kommen, vielleicht auch schon sich vollenden sah. Und dann wäre spannend zu erfahren, wo er die Protagonisten des refelektierten Schaffens verortet und wie er ihr Wirken einschätzt.

Wir wähnen ihn jedenfalls auf der Seite der Reflexion und wünschen unserem langjährigen Mitglied einen angenehmen (Un-)Ruhestand.

26. November 2017 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Architektur, Personalia, Städtebau, Vortrag | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

Wohnen ohne Anmeldung – eine audiovisuelle Nachlese

Am 07.09.17 hatte die Partnerschaft aus

die Veranstaltung „Wohnen ohne Anmeldung“ durchgeführt. Sie steht in der Reihe andere Veranstltungen zum Thema Migration, bei denen unsere Landesgruppe in der gleichen Konstellation aktiv war. In Vorbereitung auf die Tagung sind Videoporträts entstanden, die die Situation von (nicht gemeldeten) Einwanderen verdeutlichen. Das Deutsche Architekturmuseum war so freundlich und hat die Filme von Matthias Lawetzky in seinen YouTube-Kanal Making Heimat eingestellt. Wir haben sie ergänzend hier eingebettet.

Wie man sehen kann, sind die Gründe und Hintergründe (rechtlicher) Illegalität verschieden: die Putzkraft, die vor Jahren vielleicht als Tourist eingereist war, Flucht vor den Konsequenzen des Dublin-Abkommens der EU und digitale Nomaden, die womöglich nicht immer im Besitz des passenden Visum sind, also eines solchen, das Arbeiten erlaubt. Zudem ergeben sich steuerrechtliche Themen. Genauso sind die Ableitungen, die daraus zu treffen sind. Wege aus Illegalität liegen nicht auf der Hand. Sie müssen immer wieder rechtlich, organisatorisch und teilweise individuell neu erarbeitet werden. Städte halten immer schon bewusst oder unbewusst Räume vor, die legalen wie illegalen Einwanderern Platz bieten.

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04. November 2017 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Kassel

Wo: Rathaus der Stadt Kassel, Obere Königstraße 8, Kommissionszimmer

Wann: Freitag, den 10. November 2017, 11:00 Uhr


Baulandoffensive

Das Bundesland Hessen hat eine solche ausgerufen. Das fehlende Bauland wird dabei als entscheidender Faktor für die Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum erkannt. Aber warum wird so wenig Bauland ausgewiesen, wenn doch z. B. der Regionalverband FrankfurtRheinMain von Reserven von 2100 ha ausgeht, auf denen 92.000 Wohnungen errichtet werden könnten (s. Rechnerische Potenziale für den Wohnungsbau). Allerdings seien bis 2015 erst 11 % der in RegFNP ausgewiesen Wohnbaulandflächen „verbraucht“ worden.

Diese und andere Fragen werden wir im öffentlichen Teil unserer Tagung Frau Monika Fontaine-Kretschmer stellen. Sie ist seit Mitte 2016 Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte und wird in ihrem Vortrag aus der Sicht einer Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsgesellschaft zu diesem brandaktuellen Thema sprechen. Dabei wird sie die im Rahmen der „Allianz für Wohnen in Hessen“ gegründete Baulandoffensive vorstellen. Wir freuen uns auf eine rege Diskussion und laden Interessierte herzlich zu dieser kostenlosen Veranstaltung ein.

In Kürze finden die DASL-HRPS-Mitglieder im Mitgliederbereich weitere Informationen zu der anschließend stattfindenden Landesgruppensitzung.

21. Oktober 2017 von ESchuetz

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Zum Tod von Albert Speer

*29.07.1934 in Berlin, †15.09.2017 in Frankfurt am Main

In den ersten Meldungen zum Tod von Albert Speer wurde er oft als Stararchitekt bezeichnet. Diese Zuschreibung wird ihm jedoch nicht gerecht. Er war weder Star noch Architekt, jedenfalls nicht im landläufigen oder klassischen Sinne.

O. k., er war Star im Sinne von nationaler und internationaler Bekanntheit und Anerkennung, aber völlig ohne Allüren. Vielmehr war er ein äußerst freundlicher, optimistischer und vor allem nahbarer Mensch. Die Tatsache, dass er der Sohn des gleichnamigen Baumeisters und Rüstungsministers Hitlers war, mag zwar für die Öffentlichkeit den Staranschein gefördert haben. Aber für ihn persönlich war es wohl eher eine Belastung.

O. k., er war Architekt im Sinne von eingetragen in die Architektenkammer und weil die Architektur von ihrem Selbstverständnis her auch Städtebau umfasst. Aber es ging ihm nicht darum, mit Bauten Spuren zu hinterlassen, zu intervenieren und zu prägen. Vielmehr trieb ihn um, wie komplexe Probleme des Städtebaus planerisch gelöst werden können, wie die FAZ am 16.09.17 zutreffend schreibt. Weiterlesen →

17. September 2017 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Architektur, Personalia, Städtebau, Stadtentwicklung | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

Stress and the Village

Dazu ist zwar im Gegensatz zu Stress and the City noch kein Buch geschrieben worden. Aber ZEIT ONLINE hat eine interessante Datenauswertung gemacht. Sie geht der Frage nach dem Gegensatz der Einstellungen der Landbevölkerung gegenüber der der Stadtbevölkerung nach – also, etwa ob es vermeintliche oder tatsächliche Gegensätze gibt, wie sie sich zum Beispiel im Wahlverhalten der Amerikaner und Briten bei Trump und Brexit ausgedrückt haben.

Tatsächlich gibt es auch in Deutschland Ansätze dazu, die sich besonders im Bereich des Themenfelds Migration und Integration zeigen. Die Stadtbevölkerung ist hier toleranter. Zurück zum Stress: Zwar schlafen die Leute auf dem Land etwas besser, aber man kann nicht sagen, dass die Landbevölkerung sich insgesamt wohler fühlt. Weiterlesen →

16. September 2017 von ESchuetz

Kategorien: Regionalentwicklung, Stadtentwicklung | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

Stress and the City

In Städten sind klassische Stressfaktoren eindeutig höher: (soziale) Dichte, Lärm, Einsamkeit, Unübersichtlichkeit usw. Das heißt jedoch nicht, dass Städte per se krank machen. Sie erhöhen aber sicher das Krankheitsrisiko bei denen, die entsprechend prädisponiert sind. Auf der anderen Seite können sie die Widerstandsfähigkeit schulen und – eher ein sozialer Aspekt – den positiven Umgang mit kultureller und sozialer Diversität fördern. Insgesamt sind die Zusammenhänge aber noch zu wenig erforscht. So ist es nur konsequent, dass sich neben die Stadtsoziologie die Neuro-Urbanistik gesellt.

Der Psychiater Mazda Adli, der in Berlin lebt und arbeitet, u. a. an der Charité, hat deshalb eine entsprechende interdisziplinäre Forschergruppe ins Leben gerufen und ein Buch zum Thema geschrieben. U. a. auf detektor.fm  und auf TEDxBerlin gibt es dazu etwas zu hören und zu sehen. Und in dem Buch, das den Titel der Überschrift trägt, hat er erste Forschungsergebnisse mit eigenen Erfahrungen aus seinem Leben in verschiedenen Metropolen der Welt zusammengebracht und mit Interviews von Forschern und Akteuren anderer stadtbezogener Disziplinen gespickt. Wir empfehlen alles zum Nachhören und Nachlesen.

Mazda Adli stand auch dem Saarländischen Rundfunk in seinen Reihe „Fragen an den Autor“ zur Verfügung. Durch die Hörerfragen und den ein oder anderen Kommentar der Moderatorin kam dabei etwas Lokalkolorit aus dem Saarland hinzu, das Teil unserer Landesgruppe ist.

03. September 2017 von ESchuetz

Kategorien: Grün und Freiraum, Städtebau, Stadtentwicklung, Verkehr und Mobilität, Vortrag, Welt, Wohnen | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Die ideale Stadt von morgen

Ja, es wäre schön, wenn man diese noch einmal entwerfen und entwickeln könnte, und am besten möglichst frei von allen Zwängen. Doch wir leben in ganz anderen Zeiten. Die Herausforderungen sind vielfältig und enorm und die Lage komplex. Nirgends kann man ohne Anknüpfung an das Vorhandene und ohne Rücksicht auf die Interessen der Vorhandenen agieren. Das gilt auch und vor allem bei den neuen Stadteilen, die mit dem Run auf die Metropolen notwendig werden und jetzt hie und da auch geplant werden. Aus strategischer Sicht müsste bei diesen Neuplanungen vieles grundsätzlich offen gehalten werden, denn die Zukunft ist unvorhersehbar. Anderseits sollte man sich nicht scheuen, sie, die Stadtteile und die Zukunft, tatkräftig und mit Überzeug zu gestalten.

Der Deutschlandfunk hat in seiner Sendereihe Länderzeit unter demselben Titel wie hier vor Kurzem versucht, mit Experten im Studio bzw. am Telefon und Hörern von draußen (per Mail oder Telefon eingebracht bzw. zugeschaltet) nach Visionen für die Stadt der Zukunft zu fragen. Lange beschäftige man sich dabei mit der Analyse des heutigen Zustands und echte Visionen waren rar, wenn man einmal von kostenfreiem öffentlichem Personennahverkehr und energieautarken Siedlungseinheiten absieht. Das Offenhalten von Optionen war gar nicht Thema. Aber Lösungen blitzten durch, wenn etwa die Präsidentin unserer Akademie, Prof. Dr. Elisabeth Merk, die als Stadtbaurätin von München an der Diskussion teilnahm, darauf hinwies, dass notwendige Infrastrukturen früh angegangen werden müssen, denn sie brauchen in ihrer Planung, Finanzierung und Umsetzung am meisten Zeit, oder wenn sie die Förderung der Genossenschaften als Partner für lebendige Quartiere und Wohnungsbau, den man sich noch leisten kann, forderte. Weiterlesen →

26. August 2017 von ESchuetz

Kategorien: Bürgerbeteiligung, Diskussion, Grün und Freiraum, Immobilien, Infrastruktur, Personalia, Politik, Regionalentwicklung, Städtebau, Stadtentwicklung, Verkehr und Mobilität, Wohnen | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Fachtung und Landesgruppensitzung in Frankfurt am Main

Wann: am 07.09.17, ab 09:30 Uhr
Wo: im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Schaumainkai 43, Frankfurt am Main

Wie bereits angekündigt, setzten wir unsere Veranstaltungsreihe zur Migration fort. Die Tagung „Wohnen ohne Anmeldung“ wird sich mit Orten befassen, an denen Menschen wohnen und arbeiten, aber keinen Status der Anmeldung haben. Dieser fehlende Status hat gravierende Folgen für sie in Bezug auf Gesundheitsversorgung, Zugang zu Bildung, Arbeitsmöglichkeiten und vieles andere mehr. Die deutsche und europäische Politik werden zunehmend restriktiv gegenüber Menschen, die ein Auskommen und/oder Schutz in Europa suchen: Mehr Abschiebungen und soziale Ausgrenzung werden offiziell gefördert, Geflüchtete und Asylsuchende werden unter Druck gesetzt, „freiwillig“ in ihre Herkunftsländer zurückzukehren, was Unsicherheit und Verunsicherungen bei Geflüchteten nach sich zieht. All diese Tendenzen führen zu einer wachsenden Zahl von Menschen, die in prekären Situationen oder ohne jeden Aufenthaltstitel hier leben. Weiterlesen →

29. Juli 2017 von ESchuetz

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Re- mit Suburbanisierung

Die Gleichzeitigkeit von Wachsen und Schrumpfen ist mittlerweile ein geläufiges Phänomen. Nicht zutreffend ist hingegen die Annahme, dass es entweder „Landflucht“ oder „Stadtflucht“ gibt. Es gibt nämlich teilweise beides, und zwar gleichzeitig, je nach Großstadtregion und Altersgruppe. Man könnte auch von der Gleichzeitigkeit von Wachsen und Wachsen sprechen.

Nach Prof. Simon von empirica hat nun auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) erstmals in kombinierter Auswertung seiner Datenbanken und unter Anwendung verschiedener Messkonzepte die Gleichzeitigkeit von Re- und Suburbanisierung nachgewiesen und eingehender untersucht. Demnach wachsen nicht nur die Kernstädte, sondern auch das Umland der meisten Großstadtregionen. Die Binnenwanderung wird dabei deutlich in den Kernstädten von der Außenwanderung dominiert. Die Tatsache, dass in München das Binnenwanderungssaldo der unter 18-Jährigen als Repräsentanten der Familienwanderung deutlich negativ ist und gleichzeitig die Immobilienpreis absolut und im Vergleich zum Umland besonders hoch sind – ebenso die Siedlungsdichte -, deuten auf einen verallgemeinerbaren Zusammenhang. Zwar gibt es in München eine entsprechende Korrelation, in anderen Großstädten dagegen nicht. Insofern muss es auch andere Gründe geben, die noch zu erforschen sind. Es ist allerdings ein Hinweis darauf, dass es mit der (Re-) Urbanisierung nicht ohne Unterlass weitergeht.

Besonderheiten unserer Region sind:

  • Frankfurt hatte zwischen 2010 und 2015 das höchste Wachstum der jüngeren Kohorten (173  % mit, 150 % ohne Außenwanderung) aller Großstädte.
  • Wiesbaden, Trier, Ludwigshafen u. a. haben ein negatives Binnenwanderungssaldo.

Bild: Binnenwanderungssaldo der unter 18-Jährigen in Abhängigkeit der Angebotsmieten, in: BBSR (Hrsg.): Wie viel  (Re-)Urbanisierung  durchzieht das Land?, Berlin 2017, S. 15

02. Juli 2017 von ESchuetz

Kategorien: Immobilien, Regionalentwicklung, Stadtentwicklung, Wohnen | Schlagwörter: , , , , , , | 1 Kommentar

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