Kommunale Ressourcen

Was nützt die beste Planung, wenn sie nicht umgesetzt wird, weil entweder die Finanzmittel oder die Umsetzungskapazitäten fehlen? Was nutzt ein gute Finanzausstattung, wenn zu wenig Planungskapazitäten vorhanden sind, die die Projekte vorantrieben, für die Mittel vorhanden sind?

Trotz verbesserter Finanzlage der Kommunen scheint hier etwas nicht zu stimmen. Darauf weisen zwei Studien hin, die vor kurzem publiziert wurden. Zum einen zeigt das KfW-Kommunalpanel, dass sich die Finanzausstattung der Kommunen – zumindest im Schnitt – verbessert hat (Rückgang der Schulden und – erstmals – der Kassenkredite, Steigerung der Investitionen vor allem in die Infrastruktur). Gleichzeitig wird von den befragten Kämmerern bemängelt: „Finanzierung steht, aber viele Investitionsprojekte können nicht umgesetzt werden, weil Kapazitäten in der Verwaltung und Bauwirtschaft begrenzt sind.“

Auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung kommt in einer von ihm beauftragten Studie über Hemmnisse für bezahlbaren Wohnraum in wachsenden Städten zu dem Schluss, dass die „Handlungsfähigkeit [der Kommunen] […] jedoch nicht zuletzt aufgrund der angespannten Haushalte und eingeschränkter Personalkapazitäten begrenzt“ sei. Außerdem beklagt es, dass mit Blick auf eine aktive Planungs- und Liegenschaftspolitik „viele Bemühungen, sich von kommunaler Seite aus in die Grundstücksmobilisierung einzubringen, an der Bereitschaft, die entsprechenden Personalressourcen intern bereitzustellen oder extern einzukaufen“, scheiterten.

Freilich sind Geld und Personal nur ein Hemmnis unter vielen, aber es wird deutlich dass integrierte Stadtentwicklungspolitik immer auch die Planung von Ressourcen zum Gegenstand haben muss bzw., wenn sie dann steht, für sie ausreichende Ressourcen bereitgestellt werden müssen. Auch darauf werden die Protagonisten der in Arbeit befindlichen Stadtentwicklungskonzepte unserer Region zu achten haben.

Bild: KfW-Kommunalpanel 2017, S. 14

14. Mai 2017 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Kaiserslautern

Wann: 12. Mai 2017, 10:30-13:30 Uhr
Wo: Technische Universität Kaiserslautern, Fachbereich Raum- und Umweltplanung, Gebäude 1, Raum 034, Pfaffenbergstr. 95, 67663 Kaiserslautern

Think globally, act locally
So einfach können wir unseren Ansatz für unser nächstes Treffen in Kaiserslautern beschreiben. Denn mit Blick auf das Thema der diesjährigen Jahrestagung unserer Akademie „Komplexität und Unsicherheit – Planung in Zeiten beschleunigten Wandels“ macht es Sinn zu fragen, wie sich die globalen Herausforderungen lokal ausprägen und wie wir als Verantwortliche für die Stadtentwicklung darauf reagieren können.

Die globale Perspektive und ihre Implikationen wird mit einem Bericht von der dritten UN-Conference on Housing and Sustainable Development (Habitat III) beleuchtet, die vom 17. bis 20. Oktober 2016 in Quito (Ecuador) stattfand. Rund 35.000 Teilnehmende aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus 193 UN-Mitgliedstaaten nahmen teil.

Auf der Konferenz wurde die New Urban Agenda unter dem Titel Quito Declaration on Sustainable Cities and Human Settlements for All verabschiedet. Mit ihr bekennen sich die UN-Mitgliedstaaten dazu, Städte stärker in ihre Politik einzubeziehen und die Bedingungen zur Verwirklichung einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung zu verbessern. Allerdings bleibt abzuwarten, wie Städte und Staaten weltweit die Empfehlungen von Quito umsetzen werden, da die Erklärung rechtlich nicht bindend ist. Unsere Kollegin Kathrin Golda-Pongratz wird von den Ergebnissen der Konferenz berichten und Bilanz ziehen.

Im zweiten Teil unserer Tagung sprechen unser Mitglied Andreas Jacob, Geschäftsführer der FIRU GmbH, und die Leitende Baudirektorin Elke Franzreb über Stadtentwicklung in Kaiserslautern. Weiterlesen →

22. April 2017 von ESchuetz

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Landlust oder Landfrust?

Im Moment schlägt das Pendel tatsächlich wieder Richtung Landlust. Steigende Immobilienpreise, so weist Prof. Simon in seinem Teil zum „Frühjahrsguten Immobilienwirtschaft 2017“ nach, führen erstmals wieder zu Abwanderungen aus den großen Metropolen, jedenfalls zum „Ende des Schwarmverhaltens“. Und das Ost-West-Wanderungssaldo [unter ‚Indikatoren‘ bei ‚Themenauswahl‘  und bei ‚Indikatorauswahl‘  anklicken] hat sich schon länger, genauer seit 2013 zu Gunsten der neuen Länder zumindest in Summe gedreht, wobei neben den großen Städten die Kreise um Berlin/Potsdam, Dresden, Leipzig und Erfurt sowie an der Ostseeküste davon profitieren.

Im Gebiet unserer Landesgruppe gibt es neben der Metropolregion FrankfurtRheinMain, den Städten Kassel und Trier, der Rheinschiene und dem Großraum Saarbrücken noch viel Peripherie und ländlichen Raum: nördliches Saarland, Hunsrück, Eifel und fast das ganze Nordhessen. Grund genug, diesen Raum als Typus mal wieder in den Blick zu nehmen.

Zwei sich ergänzende Sichtweisen auf das Spannungsfeld bot kürzlich der Deutschlandfunk in den beiden Ausgaben von „Essay und Diskurs“ zum Thema. Einmal zeigt Kerstin Faber, M.Arch., freie Planerin und Urbanistin, neue Interventionsmöglichkeiten auf. Zum anderen blickt Gerhard Henkel, Professor i. R. am Institut für Geographie der Universität Duisburg-Essen, auf der Basis seines langen Forschungsleben auf die aktuelle Entwicklung. Seine Aussagen z. B. über partielles Wachstum in der Peripherie und die negativen Wirkungen früherer oder aktueller Gebietsreformen auf Daseinsvorsorge und Infrastruktur sind zum Teil überraschend.

18. März 2017 von ESchuetz

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Städte bei der Klimakonferenz vergessen

Ups, was ist denn da passiert? Laut DRadio Wissen Folgendes:

„Das Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu drücken, wird sich nicht erreichen lassen. Zu diesem Schluss kommt der Politikwissenschaftler [Prof. Dr.] Dirk Messner [Direktor] vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn. Messner begründet dies damit, dass die Politiker bei ihrem Pariser Abkommen 2015 schlicht die Entwicklung der Städte vergessen haben. Da aber weltweit neue Mega-Citys entstehen und sich vorhandene Städte permanent erweitern, werde das Kontingent an Treibhausgasen, das wir laut Abkommen noch ausstoßen dürfen, dadurch vollständig verbraucht. […] Im Jahr 2050 werden 80 Prozent der Bevölkerung in Städten leben, so Dirk Messner Prognose. Die Wucht, mit der in den nächsten Jahren Riesenstädte auf unserem Planeten aus dem Boden gestampft werden, ist nahezu unvorstellbar.“

Seine Kernthese lautet etwas präziser ausgedrückt, dass bei Anwendung der bisherigen Planungs- und Baumethoden, die im Wesentlichen von der Verwendung von Beton, Stahl und Aluminium ausgehen, schon aufgrund von deren Herstellungsenergie die Klimaziele nie erreicht werden können. Außerdem weist er auf die Bedeutung von Teilnahme, Stadtstruktur und die jeweilige Eigenart der der Städte für die Menschen hin.

Das ist alles beunruhigend, passt aber gut in unseren Schwerpunkte „Rapid Planning“ und „Klimawandel„. Wir empfehlen den Vortrag daher zum Nachhören.

12. März 2017 von ESchuetz

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Fachtagung zu Stadtentwicklungskonzepten

Regionales Update 2017

Zusammen mit unseren Partnerorganisationen Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) sowie dem Informationskreis für Raumplanung (IfR) verfolgen wir aufmerksam die Arbeit an den Stadtentwicklungskonzepten und gesamtstädtischen Masterplänen in unserer Region. Schon zweimal hatten wir uns die großen Städte Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach angeschaut. Nun sind die kleineren dran: Oberursel, Kronberg und Bad Homburg. Auch hier wird intensiv an gesamtstädtischen und langfristigen Konzepten gearbeitet. Es berichten

  • aus Oberursel: Uta Meissner, Geschäftsbereich Stadtentwicklung,
  • aus Kronberg: Dr. Ute Knippenberger, Leiterin Fachberiech Stadtentwicklung und Umwelt und
  • aus Bad Homburg: Holger Heinze, Leiter Fachbereich Stadtplanung.

Dr. Monika Meyer (DASL), Anja Littig (IfR) und Xenia Diehl (SRL) begrüßen, führen ein und durch das Programm.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, und zwar am 31.03.17, 14:00 Uhr in die Frankfurt University of Applied Sciences, Campus Nibelungenplatz, Gebäude 1, Raum 601. Anmeldung und Programm hier: Flyer_Stadtentwicklunsgkonzepte_31.03.17

12. März 2017 von ESchuetz

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Achtung, Absage!

Keine Fachtagung, nur Landesgruppensitzung in Darmstadt

Aufgrund eines Todesfalls in der Familie unseres Referenten Prof. Dr. David N. Bresch müssen wir den Vortrag „Städtische Klimarisiken und deren Bewertung“ und damit den öffentlichen Teil unseres nächsten Treffens am 24. Februar 2017 in den Räumen des IWU in Darmstadt leider absagen. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Da wir auf die Schnelle keinen Ersatz finden können, beschränken wir das Programm auf die nicht öffentliche Landesgruppensitzung. Der Beginn bleibt bei 11:00 Uhr.

18. Februar 2017 von ESchuetz

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Making Heimat-Ausstellung im DAM

DASL HRPS mit Tagung im Begleitprogramm

Der deutsche Beitrag zur letztjährigen Biennale in Venedig kehrt zu seinen Machern ins Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main zurück. Mit einem Symposium 03. März mit dem Titel „Social Scale“ wird die Ausstellung eröffnet, die vom Folgetag bis zum 10. September 2017 dauert. Laut Website des DAM „wird mit aktualisierten und erweiterten Themenfeldern sowie der Dokumentation und Rezension des Deutschen Pavillons in Venedig auf zwei Geschossen im DAM präsentiert. Die Ausstellung reagiert darauf, dass im Jahr 2015 die deutschen Grenzen für rund eine Million Flüchtlinge offen gehalten wurden und fordert dazu auf, über Deutschland als offenes Einwanderungsland nachzudenken. In enger Zusammenarbeit mit Doug Saunders wurden acht Thesen zur „Arrival City“ erarbeitet, die einen Perspektivwechsel auf Einwandererviertel anstreben. Diese werden meist als „Problemviertel“ bezeichnet, bieten ihren Bewohnern und Neuankömmlingen aber die wichtigsten Voraussetzungen einer gelungenen Ankunft und Integration. Der Arrival City Offenbach, unmittelbare Nachbarstadt von Frankfurt, wird in der Ausstellung große Bedeutung beigemessen (…).“

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11. Februar 2017 von ESchuetz

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Wahlprüfsteine

2017 ist ein Wahljahr. Bei uns steht die Bundestagswahl im September im Vordergrund, sicher aber auch die Landestagwahl im Saarland im März, das Teil unserer DASL-Region ist. Wie schon in der Vergangenheit haben die Verbände der planenden Berufe unter Federführung der Bundesarchitektenkammer Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl vorgelegt, an denen sich die Parteien in ihrer Planungspolitik messen lassen sollen. 12 einzelne Prüfsteine, von der Konzentration der Zuständigkeit in einem Ministerium über „Digitalisierung mit Augenmaß“ bis Förderung des Exports von Planungsleistungen ist alles dabei.

12 Prüfsteine und 15 teilnehmende Berufsverbände (BAK, BIngK, BDA, BDB, BDIA, BDLA, BVS, DASL, VBI, VPI, DAI, SRL, VfA, ZBI, AHO) bilden ein breites Spektrum der Planungsaspekte ab. Der ein oder andere mag dazu eine abweichende, eigene Meinung haben oder die Prüfsteine noch vertiefen wollen. Wir lesen dies gerne und freuen uns über einen entsprechenden Kommentar.

05. Februar 2017 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Darmstadt

Vom 17. bis 20. Oktober 2016 fand in Quito (Ecuador) die dritte UN-Conference on Housing and Sustainable Development (Habitat III) statt. Rund 35.000 Teilnehmende aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus 193 UN-Mitgliedstaaten nahmen teil. Auf der Konferenz wurde die New Urban Agenda unter dem Titel Quito Declaration on Sustainable Cities and Human Settlements for All verabschiedet. Mit ihr bekennen sich die UN-Mitgliedstaaten dazu, Städte stärker in ihre Politik einzubeziehen und die Bedingungen zur Verwirklichung einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung zu verbessern. Allerdings bleibt abzuwarten, wie Städte und Staaten weltweit die Empfehlungen von Quito umsetzen werden, da die Erklärung rechtlich nicht bindend ist.

Vor diesem Hintergrund haben wir zum Vortrag und zur Diskussion David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken am Department Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich, eingeladen. Er beschäftigt sich mit städtischen Klimarisiken und deren Bewertung und wird über seine Arbeiten referieren. Prof. Bresch wurde uns außerdem als assoziiertes Mitglied vorgeschlagen.

Dieser Teil der Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte Nicht-DASL-Mitglieder sind herzlich eingeladen.

Wir treffen uns am Freitag, den 24.02.17,  in den Räumen des IWU –

Institut Wohnen und Umwelt
Rheinstraße 65
64295 Darmstadt

Die Mitglieder finden im Mitgliederbereich weitere Informationen zur anschließenden nichtöffentlichen Mitgliederversammlung.

28. Januar 2017 von ESchuetz

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Wie „Arbeit 4.0“ und Stadtplanung zusammenhängen

Darüber diskutierten in der „Länderzeit“ im Deutschlandfunk ein Mediziner, ein Soziologe, eine Verantwortliche bei Microsoft (aus der „Neuen Welt des Arbeitens“ in München-Schwabing) und unser Kollege Prof. Dr. Jürgen Aring (Landesgruppe NRW).

Als Resümee lässt sich festhalten, dass eine neue Arbeitskultur und die Digitalisierung Flexibilität fördern und fordern. Arbeiten, wann, wo und in welcher Struktur ich will, also selbstbestimmtes Arbeiten, gewinnt damit an Bedeutung, wenn auch noch nicht in allem Bereichen statistisch signifikant.

Für die Nutzungs- und Funktionsmischung besteht darin eine Chance. Die Stadtplanung kann dafür Angebote schaffen (Stichwort „Urbane Quartiere„). Allerdings ist die Stadt weitgehend gebaut. Zudem stehen traditionelle Handlung- und Nutzungsmuster sowie die (lagebedingten) Immobilienpreise dem noch stark hemmend entgegen bzw. fördern weiterhin „Nutzungsdifferenzierung“. Außerdem wird die Gemeinschaftsbildung im Büro im Gegensatz zum Home Office weiterhin große Bedeutung haben und damit Bürogebäude erfordern. Die Welt wird also lediglich ein Stück komplizierter.

17. Dezember 2016 von ESchuetz

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