Nachbereitung: Wer hat Angst vor der Metropolregion?

Die gemeinsame Veranstaltung des Initiativkreises Metropolregion FrankfurtRheinMain und unserer Landesgruppe war gut besucht. Herauszuheben ist vor allem die Qualität der Besucher. Neben den hochkarätigen Referenten waren einige Landes- und Lokalpolitiker sowie Funktionsträger in lokalen und regionalen Organisationen anwesend.

Vorläufig lassen sich die Vorträge und die anschließende Diskussion wie folgt zusammenfassen:

  1. Art. 28 des Grundgesetzes und § 137 der hessischen Landesverfassung erlauben es nicht, die Planungshoheit auf eine übergeordnete Gebietskörperschaft zu übertragen. Insofern ist die Frage der Ausweisung von dringend benötigtem (Wohn-)Baugebieten weiterhin vom Willen der Gemeinden abhängig. Darauf wies Prof. Dr. Martin Wentz in seinem fulminanten Vortrag hin. Konsequenterweise muss die Flächennutzungsplanung auf die Gemeindeeben zurückgegeben werden – so ja auch die Forderung von Initiativkreis und DASL. Außerdem, so das Fazit von Martin Wentz, zwinge keine Landesregierung in Deutschland ihren Regionen ein so „komplexes, schwerfälliges und intransparentes Planungssystem auf“.
  2. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen, sprich: die drängenden Probleme der Region sofort und beherzt mit den aktuell zur Verfügung stehenden Ressourcen und innerhalb der bestehenden politisch-organisatorisch-rechtlichen Strukturen angehen, gleichzeitig aber ein Verfahren zur Überprüfung und Änderung der Strukturen einleiten. Thomas Horn, der neue Direktor des Regionalverbands FrankfurtRheinMain machte glaubhaft deutlich, dass er zum Erstgenannten entschlossen sei. Die anwesenden Landespolitiker, allen voran MdL Ulrich Caspar, u. a. verkehrs- und wohnungsbaupolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zeigten für letzteres noch wenig Neigung.
  3. Die Region muss selbstbewusst auftreten und „aufstehen“, d.h. sich im politischen Konsens formieren und vom Landesgesetzgeber die Einleitung der entsprechenden Reformen verlangen. Dass dies Erfolg verspricht, zeigten zum einen die Erfahrungen aus den Metropolregionen Stuttgart und Ruhr, die von von Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, und Martin Tönnes, Beigeordneter Bereich Planung im Regionalverband Ruhr, vorgetragen wurden, sowie der Beitrag eines Gastes aus dem Publikum, der von seinen Erfahrungen in der Metroporegion Rhein-Neckar berichtete. Dass es jedenfalls so nicht weiter gehen könne, betone Rolf Gnadl, Bürgermeister und Landrat a. D. im Wetteraukreis vom , Initiativkreis in seinem Abschlussplädoyer.

Wir werden weiter berichten und in der Sache weiter am Ball bleiben. In Kürze sind an dieser Stelle vorauss. Fotos von der Veranstaltung und die Präsentationen der Referenten zu erwarten.

09. September 2018 von ESchuetz

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Wer hat Angst vor der Metropolregion?

So lautet der etwas provokante Titel einer Veranstaltung, die wir am Mittwoch, den 05. September um 18:00 Uhr im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt gemeinsam mit dem Initiativkreis Metropolregion FrankfurtRheinMain durchführen. Damit wird nun das, was der Initiativkreis und wir mit Analysen und Positionspapieren in das Gesetzgebungsverfahren zur Novelle des hessischen Metropolgesetzes eingebracht haben, in der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Erfreulicherweise haben sich weitere Organisationen als Unterstützer der Veranstaltung angeschlossen, nämlich die Wirtschaftsinitiative Frankfurt RheinMain e. V. sowie der Verein zur Förderung der Standortentwicklung FrankfurtRheinMain e. V. Besonders erfreulich, dass der Regionalverband selbst unterstützt und sich in die Veranstaltung mit einem Beitrag von Verbandsdirektor Thomas Horn einbringt.

Worum es geht, haben wir bereits ausführlich an dieser Stelle dokumentiert. Nochmals zur Erinnerung: Wir halten die der Gesetzesvorlage zugrunde liegende Annahme, dass alles mehr oder weniger so weiter gehen kann und das Gesetz keiner großen Veränderungen bedarf, für nicht zutreffend. Die drängenden Probleme der Region sprechen dagegen. Daher muss alles auf den Prüfstand – wenn nicht jetzt zum Schluss der laufenden Legislaturperiode, dann in der nächsten: Aufgaben, Organisation, räumlicher Zuschnitt und politische Legitimation des Regionalverbands.

In der Veranstaltung soll sich zeigen, inwieweit die Akteure der Landes- und Regionalpolitik bereit und in der Lage sind, Neues zu diskutieren und geänderte Wege einzuschlagen. Neben Thomas Horn, werden Martin Tönnes vom Regionalverband Ruhr und Dr. Nicola Schelling vom Verband der Region Stuttgart über die „Verfassung“ ihrer Regionen berichten. Zuvor gibt es einen Impulsvortrag von Prof. Dr. Martin Wentz sowie eine Einführung von Jürgen Schultheis. Er wird auch die abschließende Diskussion leiten, zu der weitere politische Akteure hinzustoßen werden. Das genaue Programm findet sich hier.

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19. August 2018 von ESchuetz

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Von Donuts und Kreppel

Wenn am Rande von Gemeinden und Kleinstädten die Supermärkte und Einfamilienhausgebiete wachsen, während der Dorf- oder Stadtkern verödet, spricht man neuerdings vom Donut-Effekt: außen fett, innen hol. Das passiert übrigens in wachsenden wie in schrumpfenden Regionen, in letzteren vermutlich mehr. Für den sozialen Zusammenhalt und das baukulturelle Erbe wäre dagegen die Vorstellung eines Kreppel (sonst wo: Berliner oder auch Krapfen, im Saarland: Faasend-Kichelchen) besser: ein schöner, kompakter Teig mit einem Schuss Marmelade in der Mitte. Da wieder hin zu kommen, ist äußerst schwer, wie das aktuelle brandeins berichtet. Es braucht u. a. „Orstkernkümmerer„.

Die Bundesstiftung Baukultur hatte schon mit ihrem Baukulturbericht 2016/17 mit dem Titel „Stadt und Land“ auf das Phänomen aufmerksam gemacht und es schön illustriert. Mit Hilfe des Forschungs- und Beratungsinstituts empirica ist es der Bundesstiftung in Zusammenarbeit mit dem GdW sogar gelungen nachzuweisen, dass zumindest demografisch und wirtschlich ein gewisses Potenzial da ist, zumindest in sogenannten Ankerstädten die Mitte zu bewahren oder wieder herzustellen.

Die Dichotomie zwischen Stadt und Land, die sich auch im Donut-Effekt ausdrückt, wird uns sicher noch weiter beschäftigen. Neben dem Baukulturbericht empfehlen wir das Sonderheft Stadtaspekte „Land in Sicht“ in diesem Zusammenhang zum Lesen. Darin wird u. a. die neue Lust auf Land bei jungen Leuten beschrieben. Ob sie dem Donut-Effekt abhilft, wenn die Jungen doch wieder nur vom Einfamilienhaus träumen?

Bild: © Bundesstiftung Baukultur, Design: Heimann + Schwantes

08. Juli 2018 von ESchuetz

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Ein neues Metropolgesetz für FrankfurtRheinMain

Es kommt nicht oft vor, dass unsere Landesgruppe Mut und Muße findet, sich in laufenden Gesetzgebungsverfahren zu Wort zu melden. Aber wenn in der Begründung zur aufgrund eines gesetzlichen Verfallsdatums notwenigen Novelle des Gesetzes über die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main (MetropolG) zu lesen steht, dass sich alles mehr oder weniger bewährt hat und auch in den nächsten Jahres mehr oder weniger so weiter gehen kann, so sehen wir es als notwendig an, dass wir es tun. Denn,

  • wenn im regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP) ausgewiesene Siedlungsflächen seit Jahren nicht entwickelt werden, obwohl in der Region Wohnbauland knapp ist,
  • wenn Verkehrsprojekte wie z. B. die Regionaltangente West deshalb nur schleppend vorangekommen sind, weil u. a. die Träger sich erst mühsam freiwillig zusammenfinden müssen,
  • wenn die Finanzierung von wichtigen Regionalgesellschaften und damit ihre Aufgaben der freiwilligen kommunalen Kooperation, wie z. B. die Entwicklung und Unterhaltung des Regionalparks gefährdet ist,
  • wenn die Führung des Regionalverband in Sachen Siedlungsentwicklung nur Vorschläge machen kann (Immerhin, sie tut es!),
  • wenn Frankfurt gezwungen ist, sagen wir, in nicht ganz so günstigen Lagen, einen neuen Stadtteil zu planen, weil es eben nur auf eigenem Gebiet selbst handlungsfähig ist (ihm dann aber dennoch an der Stadtgrenze der nachbargemeindliche Wind ins Gesichts weht),
  • wenn Änderungsvorhaben im RegFNP sowohl auf der Schiene Regionalverband-Verbandskammer als auch auf der Schiene Regierungspräsidium-Regionalversammlung fachlich und politisch durchgebracht werden müssen, was einen hohen Aufwand bedeutet und den Bürgern schwer vermittelbar ist, und
  • wenn in beiden Kammern nur Gemeindedelegierte sitzen, die ihre zwar legitimen, aber eben spezifisch kommunalen Interessen einbringen, sozusagen also die übergeordnete Stimme fehlt,

dann kann man eben nicht behaupten, dass alles gut läuft und sich die Strukturen bewährt haben.

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02. Juni 2018 von ESchuetz

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Hinterland

Die Franzosen haben dieses schöne deutsche Wort in ihre Sprache übernommen, die Angelsachsen auch. Im Französischen hat es als Einzugsgebiet eines (See-)Hafens eine Bedeutungsverengung erfahren. Auch im Englischen hat es als Land weg von der Küste oder den Ufern großer Flüsse nautischen Ursprung. Häufig wird in beiden Sprachen das Wort ‚Irrigation‘, also die Bewässerung, im übertragenen Sinne ‚die Anbindung‘ mit ihm in Verbindung gebracht. Es schwingt also die Vorstellung mit, dass wie beim Bewässern etwas zum Wachsen und Gedeihen gebracht werden kann, wenn man sich ordentlich darum kümmert.

Wie ist es nun mit dem Hinterland in unserer Region, z. B. abseits der Ufer von Rhein und Mosel aus? Diese Frage stellt sich das Bauforum Rheinlandpfalz am 13.06.18 in einer Fachtagung in Boppard. Genauer gesagt geht es darum, welche Konzepte es gibt, um Städte und Gemeinden zu attraktiven Wohn-, Arbeits- und Kommunikationsorten mit Ankerfunktion zu entwickeln. Weiterlesen →

28. April 2018 von ESchuetz

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Stadtentwicklung und Integrationspolitik in Klein- und Mittelstädten

Das Deutsche Institut für Urbanistik  (difu) führt zu diesem Thema einen Veranstaltung durch. Da sie gut zu der von unserer Landesgruppe ausgerichteten DASL-Jahrestagung 2018 passt, empfehlen wir eine Teilnahme und verweisen auf das dahinter liegende „Forschungs-Praxis-Projekt“.

Beim difu heißt es zur Veranstaltung: „In der Realität sind die über 1.300 kleineren Städte in Deutschland überaus heterogen, wie auch deren Stadtgesellschaft vielfältig ist. Die Zuwanderung bietet Chancen für die Entwicklung der Klein- und Mittelstädte und stellt diese gleichermaßen vor die Herausforderung, die zunehmende Vielfalt als Prozess zu gestalten. Der Zuzug von Geflüchteten entfaltete vielerorts eine Katalysatorwirkung: Nach Erstaufnahme und Unterbringung stellte sich nämlich rasch die Frage, wie sich das zukünftige Zusammenleben und der gesellschaftliche Zusammenhalt in einer durch Mobilität geprägten Gesellschaft gestalten lassen.“

Wir haben uns bereits zusammen mit der Schader-Stiftung auf unserer vergangenen Fachtagung in Darmstadt mit dem Thema auseinandergesetzt. Übrigens folgten an die 90 Einsender unserem diesbezüglichen Call für Papers und zeigten „Alltagsorte der Migration“. Auf der Jahrestagung wird es daher genug Anschauungsmaterial geben, das im bewährten Format des Marktplatzes zur Diskussion gestellt wird.

Bild: (c) difu

02. April 2018 von ESchuetz

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Homo Urbanus

Schon im letzten Jahr erschien ein Buch mit dem gleichnamigen Titel der Evolutionsbiologin Elisabeth Oberzaucher. Vermutlich zufällig, aber dennoch beachtenswert hat sich nach dem Psychiater und Neurologen Mazda Adli ein(e) zweite Nicht-Raum-Wissenschaftler(in) des Themas Stadt angenommen.

Frau Oberzaucher geht von dem Konzept der „Umgebung der evolutionären Angepasstheit“ aus und leitet daraus Empfehlungen für Stadtplaner und Architekten ab. Die Angepasstheit bezieht sie vor allem auf die Savanne, in der der frühe Menschen lange gelebt hat. Ihre Empfehlungen erscheinen bisweilen etwas allzu naheliegend und das Buch ist aus wissenschaftlicher (dort aber aus eher formaler) Sicht teilweise umstritten. Dennoch: Es ist hilfreich, sich gewisser Urprägungen des Menschen zu vergewissern und sie mit neueren Erkenntnissen der (Stadt-)Soziologie zu verschneiden, um sein eigenes Wirken im städtebaulichen Kontext zu hinterfragen. Raumwahrnehmung, Vorlieben für bestimmte räumliche Konstellationen und deren Aneignung (Territorialverhalten) haben wohl viel mit dem archaischen Menschen und seiner damaligen Lebenswelt zu tun. Und für das Hinterfragen bietet das Buch gute Anregungen.

Foto: (c) Springer-Verlag

18. März 2018 von ESchuetz

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Ausbau der Infrastruktur

Wachsende Regionen leiden nicht nur unter mangelnden Wohn(bau)flächen. Auch die Infrastruktur muss ausgebaut werden. Heute war in der FAZ zu lesen, dass die Wasserversorgung des Rhein-Main-Gebiets aus dem hessischen Ried allmählich an ihre Grenzen stößt und auch schon erste Maßnahmen in Angriff genommen wurden. Dabei spielt der Klimawandel eine verschärfende Rolle.

Unmittelbar jenseits der Grenze unserer Landesgruppe, genauer gesagt westlich der Region Trier und des nördlichen Saarlands, in der Stadt Luxemburg, ist gegen Ende letzten Jahres ein kombiniertes Verkehrsinfrastrukturprojekt in die Betreibsphase gegangen, mit dem man im Wachstum den Modal Split des ÖPNV auf 25 % des motorisierten Verkehrs heben will: Straßenbahn, Bahnhof und Standseilbahn – alles neu!

25 % ÖPNV-Anteil am motorisierten Verkehr sind nicht besonders ambitioniert. Sie entsprechen 19 % des Gesamtverkehrsaufkommens.  Das zeigt aber, woher das kleine Luxemburg (Stadt und Land) kommt. Der Deutschlandfunk hat die Geschichte aufgegriffen und im Kontext von Autoaffinität, Arbeitskräftemangel und (Grenz-)Pendlerüberschuss analysiert. Die ergänzend lesenswerte „Globale Strategie für einen nachhaltige Mobilität für Einwohner und Grenzpendler“ des Großherzogtums aus dem Jahr 2012 ist hier dokumentiert.

Hier wird übrigens deutlich, dass kostenloser ÖPNV in wachsenden Städten und Regionen zur Verbesserungen der Luftqualität ein eher zweifelhaftes Instrument ist. Wenn dann die Autofahrer in Scharen zum ÖPNV wechseln wollten, wären die Kapazitäten gar nicht da. Die an der Stelle tatsächlich noch komplexeren Zusammenhänge hat Martin Randelhoff in seinem Blog ZUKUNFT MOBILITÄT schon 2012 ausführlich dargestellt.

Foto: Bahnhof Pfaffenthal und Standseilbahn in Luxemburg im Bau, (cc) Zinneke/Wikipedia, April 2017

17. Februar 2018 von ESchuetz

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Fachtagung in Darmstadt in Kooperation mit der Schader Stiftung

Wann: am Freitag, den 09. März 2018, ab 11:00 Uhr
Wo: in der Goethestraße 2, im Schader-Forum, 64285 Darmstadt

Alltagsorte der Migration

Während früher die europäischen Städte vorwiegend durch Einwanderung der Landbevölkerung wuchsen, so sind es heute zusätzlich grenzüberschreitende und interkontinentale Wanderungen, welche das Wachstum der Bevölkerung verursachen. Die fachliche Diskussion dazu war in den letzten Jahren stark durch die Analyse von Ankunftsregionen und „Arrival Cities“ geprägt, während die politische Kultur sich ausbreitendem Populismus ausgesetzt sah.

Mit hinreichendem Abstand zu den populistisch-politischen Dynamiken, die die Spitzenwerte der Zuwanderung in den Jahren 2015/16 ausgelöst haben, wird sich die Jahrestagung 2018 unserer Akademie mit dem Alltag deutscher Städte und Regionen im Zeitalter weltweiter Migrationen und den daraus ergebenden planerischen Fragestellungen auseinandersetzen. Der Workshop „Alltagsorte der Migration“ soll – als Beitrag zu dieser Jahrestagung – den Blick auch auf das „Bleiben“ lenken und Charakteristiken und Anforderungsprofile für funktionierende „Alltagsorte der Migration“ erarbeiten. Hierzu haben wir ein Call for Papers ausgelobt, der Beispiele für diese Alltagsorte zu Tage fördern und eine Grundlage für die weiterführende Diskussion liefern soll.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden des Workshops wollen wir die eingereichten Beispiele analysieren und Kriterien identifizieren und herausarbeiten, die „Alltagsorte der Migration“ kennzeichnen. Im Zeichen zunehmend kulturkreisübergreifender Migration und unter der Prämisse, dass das Ergebnis gelingender Integration Vielfalt und nicht Gleichförmigkeit ist, wollen wir auch diskutieren, wie diese Vielfalt konkret Gestalt annimmt und inwiefern diese Vielfalt – insbesondere in wachsenden und sich verändernden Städten – geplant oder zumindest durch Planung angestoßen werden kann. U. a. begrüßen wir dazu den Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Jochen Partsch, und die Präsidentin unserer Akademie und Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, Frau Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk, zu einer Fishbowl-Diskussion, die von Frau Prof. Dr.-Ing. Ursula Stein geleitet wird.

Wir bitten um Anmeldung unter kontakt@schader-stiftung.de und Verwendung dieses Formulars: Alltagsorte der Migration_09.03.18_Programm+Anmeldung
Hier findet sich auch das ausführliche Programm.

21. Januar 2018 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Diskussion, Politik, Stadtentwicklung, Vortrag, Welt, Wohnen | Schlagwörter: , , | Schreibe einen Kommentar

Call for Papers – Erinnerung

Zur Präsentation auf unserer diesjährigen Jahrestagung vom 28. bis 30. September in Mainz zum Thema „Migration als Alltag“ suchen wir weiterhin interessante Beiträge: Projekte oder Orte, die sich als „Alltagsorte der Integration“ schon bewährt haben oder sich gerade etablieren, aber auch solche, die als „Alltagsorte der Segregation“ Negativbeispiele sind.

Man muss dazu gar nicht weit ausholen oder akademisch an die Sache herangehen. Schauen Sie mal in ihrem Ihren aktuellen beruflichen wie privaten Umfeld. Was tut sich in den Sportvereinen, in Initiativen an den Hochschulen, in den Wohnorten für Studierende, in Läden, in Musikgruppen, bei Tanz, in der Gastronomie und in öffentlichen Räumen? Ausbildungsstätten, Schulprojekte, Hobbygruppen, Sprachkurse, Wohnprojekte und vieles mehr sind genauso gefragt. Wie gesagt – es geht um Alltagsorte!

Alle weiteren Informationen inkl. Formblatt zur wenig aufwendigen Einreichung der Beiträge finden sich hier: https://dasl.de/wp-termin/2964/

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2018 bei info@hrps.dasl.de.

20. Januar 2018 von ESchuetz

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