Ausbau der Infrastruktur

Wachsende Regionen leiden nicht nur unter mangelnden Wohn(bau)flächen. Auch die Infrastruktur muss ausgebaut werden. Heute war in der FAZ zu lesen, dass die Wasserversorgung des Rhein-Main-Gebiets aus dem hessischen Ried allmählich an ihre Grenzen stößt und auch schon erste Maßnahmen in Angriff genommen wurden. Dabei spielt der Klimawandel eine verschärfende Rolle.

Unmittelbar jenseits der Grenze unserer Landesgruppe, genauer gesagt westlich der Region Trier und des nördlichen Saarlands, in der Stadt Luxemburg, ist gegen Ende letzten Jahres ein kombiniertes Verkehrsinfrastrukturprojekt in die Betreibsphase gegangen, mit dem man im Wachstum den Modal Split des ÖPNV auf 25 % des motorisierten Verkehrs heben will: Straßenbahn, Bahnhof und Standseilbahn – alles neu!

25 % ÖPNV-Anteil am motorisierten Verkehr sind nicht besonders ambitioniert. Sie entsprechen 19 % des Gesamtverkehrsaufkommens.  Das zeigt aber, woher das kleine Luxemburg (Stadt und Land) kommt. Der Deutschlandfunk hat die Geschichte aufgegriffen und im Kontext von Autoaffinität, Arbeitskräftemangel und (Grenz-)Pendlerüberschuss analysiert. Die ergänzend lesenswerte „Globale Strategie für einen nachhaltige Mobilität für Einwohner und Grenzpendler“ des Großherzogtums aus dem Jahr 2012 ist hier dokumentiert.

Hier wird übrigens deutlich, dass kostenloser ÖPNV in wachsenden Städten und Regionen zur Verbesserungen der Luftqualität ein eher zweifelhaftes Instrument ist. Wenn dann die Autofahrer in Scharen zum ÖPNV wechseln wollten, wären die Kapazitäten gar nicht da. Die an der Stelle tatsächlich noch komplexeren Zusammenhänge hat Martin Randelhoff in seinem Blog ZUKUNFT MOBILITÄT schon 2012 ausführlich dargestellt.

Foto: Bahnhof Pfaffenthal und Standseilbahn in Luxemburg im Bau, (cc) Zinneke/Wikipedia, April 2017

17. Februar 2018 von ESchuetz

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Fachtagung in Darmstadt in Kooperation mit der Schader Stiftung

Wann: am Freitag, den 09. März 2018, ab 11:00 Uhr
Wo: in der Goethestraße 2, im Schader-Forum, 64285 Darmstadt

Alltagsorte der Migration

Während früher die europäischen Städte vorwiegend durch Einwanderung der Landbevölkerung wuchsen, so sind es heute zusätzlich grenzüberschreitende und interkontinentale Wanderungen, welche das Wachstum der Bevölkerung verursachen. Die fachliche Diskussion dazu war in den letzten Jahren stark durch die Analyse von Ankunftsregionen und „Arrival Cities“ geprägt, während die politische Kultur sich ausbreitendem Populismus ausgesetzt sah.

Mit hinreichendem Abstand zu den populistisch-politischen Dynamiken, die die Spitzenwerte der Zuwanderung in den Jahren 2015/16 ausgelöst haben, wird sich die Jahrestagung 2018 unserer Akademie mit dem Alltag deutscher Städte und Regionen im Zeitalter weltweiter Migrationen und den daraus ergebenden planerischen Fragestellungen auseinandersetzen. Der Workshop „Alltagsorte der Migration“ soll – als Beitrag zu dieser Jahrestagung – den Blick auch auf das „Bleiben“ lenken und Charakteristiken und Anforderungsprofile für funktionierende „Alltagsorte der Migration“ erarbeiten. Hierzu haben wir ein Call for Papers ausgelobt, der Beispiele für diese Alltagsorte zu Tage fördern und eine Grundlage für die weiterführende Diskussion liefern soll.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden des Workshops wollen wir die eingereichten Beispiele analysieren und Kriterien identifizieren und herausarbeiten, die „Alltagsorte der Migration“ kennzeichnen. Im Zeichen zunehmend kulturkreisübergreifender Migration und unter der Prämisse, dass das Ergebnis gelingender Integration Vielfalt und nicht Gleichförmigkeit ist, wollen wir auch diskutieren, wie diese Vielfalt konkret Gestalt annimmt und inwiefern diese Vielfalt – insbesondere in wachsenden und sich verändernden Städten – geplant oder zumindest durch Planung angestoßen werden kann. U. a. begrüßen wir dazu den Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Jochen Partsch, und die Präsidentin unserer Akademie und Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, Frau Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk, zu einer Fishbowl-Diskussion, die von Frau Prof. Dr.-Ing. Ursula Stein geleitet wird.

Wir bitten um Anmeldung unter kontakt@schader-stiftung.de und Verwendung dieses Formulars: Alltagsorte der Migration_09.03.18_Programm+Anmeldung
Hier findet sich auch das ausführliche Programm.

21. Januar 2018 von ESchuetz

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Call for Papers – Erinnerung

Zur Präsentation auf unserer diesjährigen Jahrestagung vom 28. bis 30. September in Mainz zum Thema „Migration als Alltag“ suchen wir weiterhin interessante Beiträge: Projekte oder Orte, die sich als „Alltagsorte der Integration“ schon bewährt haben oder sich gerade etablieren, aber auch solche, die als „Alltagsorte der Segregation“ Negativbeispiele sind.

Man muss dazu gar nicht weit ausholen oder akademisch an die Sache herangehen. Schauen Sie mal in ihrem Ihren aktuellen beruflichen wie privaten Umfeld. Was tut sich in den Sportvereinen, in Initiativen an den Hochschulen, in den Wohnorten für Studierende, in Läden, in Musikgruppen, bei Tanz, in der Gastronomie und in öffentlichen Räumen? Ausbildungsstätten, Schulprojekte, Hobbygruppen, Sprachkurse, Wohnprojekte und vieles mehr sind genauso gefragt. Wie gesagt – es geht um Alltagsorte!

Alle weiteren Informationen inkl. Formblatt zur wenig aufwendigen Einreichung der Beiträge finden sich hier: https://dasl.de/wp-termin/2964/

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2018 bei info@hrps.dasl.de.

20. Januar 2018 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Frankfurt am Main

Wann: am Freitag, den 16. Februar 2018, ab 10:30 Uhr
Wo: im Haus des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, Poststraße 16, 60329 Frankfurt am Main, Raum, 1.8A

Klimarisiken

Städte gelten als Treiber des Klimawandels, zumindest weisen sie statistisch signifikant hohe CO²-Fußabdrücke aus. Gleichzeitig bieten sie Agglomerationsvorteile, die auf Skaleneffekten beruhen und Städte im Vergleich zu anderen Siedlungsstrukturen klimaeffizienter machen. Aber sie sind auch besonders verletzbar gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Daher ist die Frage nach den Möglichkeiten von Klimaschutz, Klimaanpassung und dem Umgang mit Risiken gerade aus (stadt-)planerischer Sicht essentiell.

Unser Gast im öffentlichen Teil, Prof. Dr. David N. Bresch, der am Departement Umweltwissenschaften der ETH Zürich lehrt und forscht, und zwischen 2000 und 2016 bei der Swiss Re u. a. als Head of Sustainability und Political Risks tätig war, erörtert in seinem Vortrag die Auswirkungen von Klimarisiken auf die räumliche Planung. Im Anschluss daran wollen wir in einer Diskussion die Effekte von Klimarisiken für die Planungspraxis diskutieren. Claudia Becker, Partnerin bei Planquadrat, Darmstadt und Jochen Krehbiel, Leiter des Stadtplanungsamts in Darmstadt haben sich darauf besonders vorbereitet und führen mit Prof. Bresch die Diskussion. Weiterlesen →

06. Januar 2018 von ESchuetz

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Oberzent – eine neue Stadt in Hessen

Seit gestern gibt es sie, die neue Stadt Oberzent im Odenwaldkreis. Und so etwas hat es in Hessen seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gegeben: eine Stadtneugründung. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich zu bekommen und selbst Geld in der Verwaltung einzusparen, ist sie aus den früher selbstständigen Kommunen Beerfelden, Hessseneck, Rothenberg und Sensbachtal als nun nach Frankfurt und Wiesbaden flächenmäßig drittgrößte Stadt Hessens entstanden. Eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass hier etwas freiwillig im Einklang mit dem Willen der Bürger, der durch einen Bürgerentscheid belegt ist, bei Aufgabe der Ämter der bisherigen Bürgermeister und gegen die wachsende Erkenntnis, dass Kommunalreformen bisweilen zu Lasten der örtlichen Identifikation gehen, erfolgt ist.

Hessenschau und Deutschlandfunk haben darüber berichtet. Auf der Website der neuen Stadt sind Prozess und Ergebnis gut dokumentiert. Wir empfehlen alles zum Nachlesen (und -hören bzw. -schauen) und zum Verfolgen der weiteren Entwicklung.

Bild: (cc) by Hagar66/Wikimedia

02. Januar 2018 von ESchuetz

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Trauer um Hans-Ulrich Weicker

Hans-Ulrich Weicker ist am 10.12.2017 in Hanau gestorben. Die DASL trauert über den Verlust eines sehr fachkundigen, engagierten und geschätzten Kollegen und um einen freundlichen und humorvollen Menschen. Hans-Ulrich Weicker hat sich in der DASL Landesgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowohl als sachkundig Vortragender als auch als konzentriert und engagiert nachfragender Diskutant engagiert. Die DASL schätzte seine schnörkellosen, sehr genau auf den Punkt orientierten Beiträge, die oft voller hintergründiger Ironie auch über sich selbst waren. Wir werden diese Beiträge sehr vermissen.

Hans-Ulrich Weicker, geboren 1955 in Hanau, hat an der Universität in Kaiserslautern studiert. Im Studium der Raum- und Umweltplanung hat er seinen Schwerpunkt im Planungsrecht gefunden. Er hat seine Vorträge zu diesem Thema bis zuletzt auf hohem und sehr aktuellen Stand vorgetragen. Seine Kenntnisse der bau- und planungsrechtlichen Instrumente hat er zielgenau für sehr qualitätsvolle Planung eingesetzt. 1982 erhielt er sein Diplom an der Universität Kaiserslautern. Sein Städtebaureferendariat absolvierte Weicker in Freiburg und Stuttgart 1983 bis 1985. Erfolgreich schloss er das Referendariat als Regierungsbaumeister ab. Beim Stadtplanungsamt Pforzheim war er von 1985 bis 1989 tätig, beim Stadtplanungsamt Ludwigshafen am Rhein als stellvertretender Amtsleiter von 1989 bis 1992.

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18. Dezember 2017 von ESchuetz

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Call for Papers

Alltagsorte der Migration

Auf der Jahrestagung unserer Akademie vom 28. bis 30.09.2018 in Mainz werden vor dem Hintergrund der bisherigen und aktuellen Flüchtlingsbewegungen und Zuwanderungen unter Einbeziehung unterschiedlichster Fachdisziplinen die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Planung herausgearbeitet. In Referenz zum European Year of Cultural Heritage 2018 wird dabei Migration als Teil des kulturellen Erbes Europas beleuchtet. Entsprechend ist unsere Jahrstagung als Sharing Heratige-Projekt gelistet.

Ziel der Jahrestagung ist, nicht eine neue theoretische Grundlegung für den Umgang mit – zunehmend kulturkreisübergreifender – Migration, sie wird vielmehr Impuls zur Weiterentwicklung interdisziplinär fundierter, handlungsleitender Strategien und Konzepte sein. Weiterlesen →

09. Dezember 2017 von ESchuetz

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Rebellion und Reflexion

… lautet der Titel der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr.-Ing. Werner Durth, die er am 29.11.2017 im Hörsaal- und Mediengebäude auf der Lichtwiese in Darmstadt hält. Damit geht sein rund 20jähriges Wirken an der TU Darmstadt endgültig seinem Ende entgegen. Die FAZ würdigte am Samstag seine vielfältigen Verdienste für seine Wahlheimat Darmstadt, aktuell insbesondere seine Unterstützung des Weltwerbeantrags für die Mathildenhöhe.

Über den genauen Inhalt der Abschiedsvorlesung ist wenig bekannt. Da der Titel den Zusatz „Baukultur 1967ff“ trägt, kann jedoch spekuliert werden: Nach der Rebellion, die vor allem in Frankfurt auch ein „Häuserkampf“ war, kam der Marsch durch die Institutionen. Schon in seinem Buch „Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900-1970“ wies Werner Durth eine erstaunliche personelle und in Teilen inhaltliche Kontinuität bei verantwortlichen Architekten und Stadtplaner vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland nach. Es könnte also sein, dass er den wirklichen Bruch mit der Vergangenheit in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht erst mit der 68er-Bewegung kommen, vielleicht auch schon sich vollenden sah. Und dann wäre spannend zu erfahren, wo er die Protagonisten des refelektierten Schaffens verortet und wie er ihr Wirken einschätzt.

Wir wähnen ihn jedenfalls auf der Seite der Reflexion und wünschen unserem langjährigen Mitglied einen angenehmen (Un-)Ruhestand.

26. November 2017 von ESchuetz

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Wohnen ohne Anmeldung – eine audiovisuelle Nachlese

Am 07.09.17 hatte die Partnerschaft aus

die Veranstaltung „Wohnen ohne Anmeldung“ durchgeführt. Sie steht in der Reihe andere Veranstltungen zum Thema Migration, bei denen unsere Landesgruppe in der gleichen Konstellation aktiv war. In Vorbereitung auf die Tagung sind Videoporträts entstanden, die die Situation von (nicht gemeldeten) Einwanderen verdeutlichen. Das Deutsche Architekturmuseum war so freundlich und hat die Filme von Matthias Lawetzky in seinen YouTube-Kanal Making Heimat eingestellt. Wir haben sie ergänzend hier eingebettet.

Wie man sehen kann, sind die Gründe und Hintergründe (rechtlicher) Illegalität verschieden: die Putzkraft, die vor Jahren vielleicht als Tourist eingereist war, Flucht vor den Konsequenzen des Dublin-Abkommens der EU und digitale Nomaden, die womöglich nicht immer im Besitz des passenden Visum sind, also eines solchen, das Arbeiten erlaubt. Zudem ergeben sich steuerrechtliche Themen. Genauso sind die Ableitungen, die daraus zu treffen sind. Wege aus Illegalität liegen nicht auf der Hand. Sie müssen immer wieder rechtlich, organisatorisch und teilweise individuell neu erarbeitet werden. Städte halten immer schon bewusst oder unbewusst Räume vor, die legalen wie illegalen Einwanderern Platz bieten.

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04. November 2017 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Kassel

Wo: Rathaus der Stadt Kassel, Obere Königstraße 8, Kommissionszimmer

Wann: Freitag, den 10. November 2017, 11:00 Uhr


Baulandoffensive

Das Bundesland Hessen hat eine solche ausgerufen. Das fehlende Bauland wird dabei als entscheidender Faktor für die Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum erkannt. Aber warum wird so wenig Bauland ausgewiesen, wenn doch z. B. der Regionalverband FrankfurtRheinMain von Reserven von 2100 ha ausgeht, auf denen 92.000 Wohnungen errichtet werden könnten (s. Rechnerische Potenziale für den Wohnungsbau). Allerdings seien bis 2015 erst 11 % der in RegFNP ausgewiesen Wohnbaulandflächen „verbraucht“ worden.

Diese und andere Fragen werden wir im öffentlichen Teil unserer Tagung Frau Monika Fontaine-Kretschmer stellen. Sie ist seit Mitte 2016 Geschäftsführerin der Nassauischen Heimstätte und wird in ihrem Vortrag aus der Sicht einer Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsgesellschaft zu diesem brandaktuellen Thema sprechen. Dabei wird sie die im Rahmen der „Allianz für Wohnen in Hessen“ gegründete Baulandoffensive vorstellen. Wir freuen uns auf eine rege Diskussion und laden Interessierte herzlich zu dieser kostenlosen Veranstaltung ein.

In Kürze finden die DASL-HRPS-Mitglieder im Mitgliederbereich weitere Informationen zu der anschließend stattfindenden Landesgruppensitzung.

21. Oktober 2017 von ESchuetz

Kategorien: Diskussion, Regionalentwicklung, Sitzung, Stadtentwicklung, Vortrag, Wohnen | Schlagwörter: , , | 2 Kommentare

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