Nachlese zur Fachveranstaltung ‚ÄěKlimaschutz ‚Äď eine Frage von Sein oder Nichtsein‚Äú

Über 30 Mitglieder unserer Landesgruppe waren am 22.11.2019 der Einladung zur Fachveranstaltung in Ingelheim am Rhein gefolgt. Der Titel mag in manchen Ohren zu alarmistisch geklungen haben. Kaum zu beherrschende Großbrände in Australien Рnach ungewöhnlich langen Trockenperioden Рmachten aber in der Folge beispielhaft deutlich, dass Klimaschutz keine Aufgabe unter vielen anderen Aufgaben ist, sondern eine Aufgabe von existenzieller Bedeutung.

Zur Reduktion der Komplexit√§t wurde das Thema der Klimaanpassung insoweit ausgeklammert, als es nicht im Rahmen von Klimaschutzkonzepten zu ber√ľcksichtigen ist. Und im Hinblick auf den besonderen Sachverstand von Mitgliedern der DASL wurde der Blick auf die Bereiche des Bauens und des Verkehrs fokussiert.

Dieter v.L√ľpke leitete in das Thema der Fachveranstaltung ein mit den Hinweisen,

  • dass das Problem der Klimaver√§nderungen schnelles Handeln erforderlich macht, weil das Klimasystem tr√§ge reagiert und gro√üe CO 2- ‚ÄěSenken‚Äú wie Meere, W√§lder, Moore oder Permafrostb√∂den ersch√∂pft oder selber bedroht sind,
  • dass der Schutz eines vertr√§glichen Klimas gravierende Ver√§nderungen gewohnter Produktionsweisen und Lebensstile verlangt, weil die Zunahme der Weltbev√∂lkerung, die Verbrennung von Kohle, Erd√∂l und Gas sowie der Strukturwandel in Land- und Forstwirtschaft grundlegend und ubiquit√§r sind ‚Äď und dass Klimaschutz daher ¬†weniger leicht zu realisieren ist als Konzepte f√ľr fr√ľhere¬† Umweltprobleme¬† wie ‚ÄěWaldsterben‚Äú oder ‚ÄěOzonloch‚Äú,
  • dass eine Probleml√∂sung nicht f√ľr einzelne L√§nder, sondern nur f√ľr alle gro√üen Industriestaaten gemeinsam gefunden werden kann, dass Deutschland mit seinem Anteil von ca. 2 % der globalen CO 2-Emissionen zwar einerseits f√ľr das globale Klima relativ unwichtig ist, andererseits aber mit klaren und effektiven Konzepten ein Vorbild von internationaler Bedeutung werden kann,
  • dass eine Probleml√∂sung vermutlich einen Mix unterschiedlicher Strategien erfordert: von der Umstellung der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien bis zur Speicherung und Nutzung von CO 2 und zur Einsparung von Energie durch Verzicht auf liebgewordene Gewohnheiten und Komfort. Von zentraler Bedeutung sei aber in jedem Fall die deutliche Bepreisung von CO 2-Emissionen ‚Äď sei es mittels einer CO 2-Steuer, sei es durch die Versteigerung von CO 2- Emissionskontingenten.

Wiebke Fiebig referierte zum Thema ‚ÄěKlimaschutz und neue Anforderungen an Neubau, Modernisierung und Nutzung von Geb√§uden‚Äú. Sie leitet – als ausgebildete Stadtplanerin – seit Ende 2013 das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main. Das Energiereferat wurde bereits 1990 als zentraler Partner und Impulsgeber f√ľr alle Aufgaben rund um das Thema Klimaschutz gegr√ľndet. Seine Aktivit√§ten sind vielf√§ltig und immer wieder innovativ: von der Erstellung von Informations- und Werbebrosch√ľren, Energiekonzepten und Abw√§rmekatastern bis zur Vorbereitung kommunaler F√∂rderprogramme (zur energetischen Ert√ľchtigung von Geb√§uden) und Beschl√ľssen zum Passivhausstandard (gilt f√ľr alle st√§dtischen Neubauten und f√ľr die Erwerber st√§dtischer Grundst√ľcke). Auch ‚Äď aber nicht alleine – diesen Anstrengungen ist es zu verdanken, dass der Endenergiebedarf in Frankfurt am Main¬† ( unter Ausklammerung des Flugverkehrs ) zwischen 1990 und 2019 trotz einer gro√üen Zahl neuer Rechenzentren nahezu konstant blieb ‚Äď und dass die CO 2-Emissionen um 19,5 % insgesamt und 32 % pro Kopf sanken (Frankfurt am Main ist eine wachsende Stadt!). Gemessen an den von der Stadt selbst gesteckten Zielen ist die bisherige Bilanz dennoch ern√ľchternd: Soll doch der Endenergiebedarf von – im Jahre 2010 – 22.000 GWh bis 2050 um 50 % gesenkt werden, soll doch der Anteil der erneuerbaren Energien an der verbleibenden Menge ben√∂tigter Endenergie im selben Zeitraum von 3,2 % auf 100 % gesteigert werden. Der abschlie√üende Appell von Wiebke Fiebig, ‚Äějetzt den n√§chsten gro√üen Schritt zu machen‚Äú, war insofern nachvollziehbar.

Dass daf√ľr ¬†ausschlie√ülich kommunale Aktivit√§ten nicht ausreichen – auch wenn so ambitioniert und nachhaltig wie in Frankfurt am Main gearbeitet wird -, wurde durch den Hinweis von Wiebke Fiebig auf das neue Geb√§udeenergiegesetz deutlich. Das Gesetz schreibe mit 45 kWh pro qm und Jahr die Energieeffizienz neuer Geb√§ude bis 2023 auf den Stand von 2016 fest und verfehle so deutlich den Standard des Passivhauses mit¬† 15 kWh pro qm und Jahr. Dies sei wirtschaftlichen √úberlegungen geschuldet – die sich freilich bei steigenden Preisen f√ľr CO 2-Emissionen ganz anders darstellen w√ľrden. Eine Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung konnte aus zeitlichen Gr√ľnden in der Fachveranstaltung nicht mehr gezogen werden, kann aber hier nachgeholt werden: Der ‚Äěn√§chste gro√üe Schritt‚Äú ist vor allem von den Entscheidungstr√§gern auf nationaler und europ√§ischer Ebene zu fordern. Und dies mit dem Ziel, durch Einf√ľhrung bzw. Erh√∂hung hoher Preise f√ľr klimasch√§dliche Emissionen √∂konomische Anreize f√ľr klimagerechte Produktion und klimagerechten Konsum im Allgemeinen und f√ľr das Bauen und die Nutzung von Geb√§uden im Besonderen zu schaffen.

Prof. Dr. Hartmut Topp referierte zum Thema ‚ÄěKlimaschutz und Verkehrswende‚Äú. Er war bis 2007 Lehrstuhlinhaber an der TU Kaiserslautern und betreibt seit 2011 das B√ľro ‚Äětopp.plan : Stadt. Verkehr. Moderation.‚Äú. Hartmut Topp beschrieb anf√§nglich das Klimaschutz-Defizit des Verkehrsbereichs in Deutschland: Zwischen 1990 und 2018 blieben die verkehrsspezifischen CO 2-Emissionen bzw. CO 2-√Ąquivalente ann√§hernd konstant. Anders als bei anderen Wirtschaftssektoren gelang die notwendige Reduktion auch nicht ansatzweise, obwohl der Verkehr f√ľr ca. 19 % aller klimasch√§dlichen Emissionen (Stand 2018) in Deutschland verantwortlich ist (zum Vergleich: der entsprechende Anteil des Bereichs ‚ÄěGeb√§ude‚Äú betrug 13 %). Die klimasch√§dlichen Emissionen des Verkehrs resultieren zu ca. 96 % aus dem Stra√üenverkehr und zu ca. 60,6 % aus dem Betrieb von Personenkraftwagen. Hartmut Topp stellte das gerade seitens Bundesregierung und Bundestag beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 (noch ohne die Nachbesserungen seitens des Bundesrats) als unzureichend in Bezug auf den Verkehrsbereich dar. Notwendig sei es, nicht nur die energetischen, sondern auch weitere Auswirkungen und Voraussetzungen des motorisierten Individualverkehrs zu betrachten. Mit dem Elektromotor w√ľrde nur der Antrieb des Automobils ver√§ndert, nicht aber sein Fl√§chenbedarf, seine L√§rmemissionen oder seine Unfallfolgen. Eine solche ganzheitliche Betrachtung w√ľrde es im Sinne einer Doppelstrategie nahelegen, sowohl Ver√§nderungen im technischen Bereich zu realisieren, als auch im Mobilit√§tsverhalten. Der Anteil des Autoverkehrs an allen Wegen m√ľsse reduziert werden, zudem m√ľsse der Autoverkehr langsamer werden.

Kostenlos und unmittelbar wirksam w√§ren Geschwindigkeitsbeschr√§nkungen ‚Äď dem Vorbild der Niederlande oder der Schweiz folgend k√∂nnten Obergrenzen der Geschwindigkeit von 120 km/h (Autobahnen), 100 km/h (vierbahnige Landstra√üen), 80 km/h (zweibahnige Landstra√üen) und 30 km/h (in der Regel – von Ausnahmen abgesehen – innerorts ) angeordnet werden. Allein auf den Stra√üen au√üerorts lie√üen sich so¬† mindestens 3 % der Co 2-√Ąquivalente im Verkehrsbereich einsparen. W√ľrden 80 % aller bisher mit dem Auto zur√ľckgelegten Kurzstrecken (unter 5 km L√§nge) zu Fu√ü oder mit dem Fahrrad bew√§ltigt, lie√üen sich weitere ann√§hernd 6 % der CO 2-√Ąquivalente im Verkehr einsparen. Um das Mobilit√§tsverhalten zu ver√§ndern, sollten ‚ÄěPush‚Äú- und ‚ÄěPull‚Äú-Ma√ünahmen im Zusammenhang konzipiert werden. Insgesamt m√ľsse es darum gehen, den verf√ľgbaren Stra√üenraum anders aufzuteilen: mit Einschr√§nkungen f√ľr den Autoverkehr und Fl√§chengewinnen f√ľr den sogenannten Umweltverbund. Zugleich m√ľsse eine Querfinanzierung realisiert bzw. verst√§rkt werden: zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs und zugunsten des Umweltverbundes.

Auch wenn die Zeit f√ľr eine Aussprache eng begrenzt war, lie√ü sich Im Kreise der anwesenden Mitglieder der DASL grunds√§tzliche Zustimmung zu den vorgetragenen Positionen konstatieren.¬† Deutlich wurde aber auch, dass es in diesem Handlungsbereich besonders schwierig sein wird, au√üerhalb von Fachkreisen Mehrheiten f√ľr eine grundlegende Politikwende zu erreichen. Die Landesgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland will auch deshalb ¬†am ‚ÄěMegathema‚Äú des Klimaschutzes weiterarbeiten. Im Fr√ľhjahr des Jahres 2020 soll eine √∂ffentliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in Frankfurt am Main durchgef√ľhrt werden ‚Äď zum selben Themenfeld, auf der Basis der in Ingelheim am Rhein gewonnenen Einsichten.

 

Nachlese zum Rundgang durch die Innenstadt von Ingelheim am Rhein

Mit der Wahl von Ingelheim am Rhein als Ort der Fachveranstaltung am 22.11.2019 wird das Bestreben des Vorstands der Landesgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland deutlich, den Blick √ľber die gro√üen St√§dte hinaus auf die Probleme und L√∂sungskonzepte auch mittelgro√üer und kleiner Gemeinden zu weiten. Ingelheim am Rhein besitzt f√ľnf unterschiedliche Ortsteile und ca. 27.000 Einwohner (2017). Eine Stadtmitte neu zu schaffen, war notwendig ‚Äď und konnte dank eines Masterplans und der vorausschauenden Grundst√ľckspolitik einer wohlhabenden Gemeinde (ohne Anwendung des besonderen St√§dtebaurechts!) ¬†in hoher st√§dtebaulicher Qualit√§t und mit hoher Akzeptanz realisiert werden. Das Planungsb√ľro Planquadrat war f√ľr die Erstellung des Masterplans verantwortlich, die Stadtf√ľhrung durch Claudia Becker und Herbert Elfers war dementsprechend informativ und anregend. Der nachfolgende Vortrag von¬† Oberb√ľrgermeister Ralf Claus vertiefte die Eindr√ľcke.

Die neue Stadtmitte verkn√ľpft in einem Rundlauf vier neue √∂ffentliche Pl√§tze und wichtige √∂ffentliche Einrichtungen wie die Kultur- und Veranstaltungshalle, das Weiterbildungszentrum, das Rathaus und die Mediathek. Gro√üfl√§chiger Einzelhandel wurde st√§dtebaulich integriert. Mischungen von Nicht-Wohnnutzungen und Wohnungen wurden im Zentrum insgesamt, aber auch immer wieder in einzelnen Geb√§uden realisiert. Heterogene und vernachl√§ssigte Bausubstanz wurde √ľberwiegend ¬†durch neue Geb√§ude in hoher Dichte und mit anspruchsvollen Architekturen ersetzt. Die gro√üe Zahl von Pkw-Parkpl√§tzen in Tiefgaragen mag aus heutiger Sicht problematisch sein, war aber seinerzeit f√ľr die Implantation des neuen Zentrums vermutlich unverzichtbar.

Zwei Elemente seien besonders hervorgehoben. Der Bahnhof wirkt gepflegt und funktional, verf√ľgt √ľber umfangreiche Parkierungsanlagen und ist von der neuen Stadtmitte auf kurzem und gut gestaltetem Weg erreichbar. Und: die Mediathek kombiniert gro√üz√ľgige R√§ume f√ľr die Pr√§sentation und Nutzung der Medien mit einem Veranstaltungsraum und Wohnungen ‚Äď und wirkt in ihrer

offenen und zugleich bescheidenen Gestaltung einladend ‚Äď ein guter Ort f√ľr unsere Fachveranstaltung!

Dieter v.L√ľpke¬† 6.2.2020

10. Februar 2020 von Anke Kochenburger

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Trauer um Peter Buchholz

Nachruf von Gerd-Rainer Damm

Unser DASL-Mitglied Peter Buchholz ist am 19.12.2019 im Alter von 71 Jahren plötzlich verstorben.

Peter Buchholz studierte Architektur und des St√§dtebaus an der Technischen Hochschule Darmstadt. Anschlie√üend arbeitete er im B√ľro Guther und Stracke. Es folgte dann ein f√ľr Architekten auf den ersten Blick ungew√∂hnlicher Schritt, er arbeitete bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Finanzierung und Kreditwesen.

Danach absolvierte er das städtebauliche Referendariat, wurde zum Bauassesor ernannt und im Stadtplanungsamt von Frankfurt eingestellt. Dort hat Peter Buchholz viele wegweisende Projekte angestoßen und verantwortlich begleitet. Hier seien nur die wichtigsten Projekte genannt: die Sanierung des Gutleutviertels, die Entwicklung des Riedbergs, die Verlagerung der Großmarkthalle, die Entwicklung des Theodor-Stern-Kais.

Die Erfolge seiner Arbeit gr√ľndeten sich nicht nur auf sein gro√ües Wissen in den Bereichen Architektur, Denkmalschutz und St√§dtebau sondern auch auf seine Kenntnisse der wirtschaftlichen Bedingungen, also der Sicht- und Handlungsweisen von Bauherren und Nutzern. Peter Buchholz war dabei Ideengeber, Impulsgeber und Mutmacher bei komplexen und komplizierten Projekten. Dabei stellte er sich nicht in den Vordergrund, sondern lie√ü die Erfolge seiner Ideen und Projekte gerne andere feiern. Er musste nicht in der ersten Reihe stehen wenn die Anerkennungen verteilt wurden. Daf√ľr sch√§tzten die Projektbeteiligten und -betroffenen seine Leistungen umso mehr.

F√ľr Peter Buchholz gab es niemals: das geht nicht. Sein Ansatz war, gerade dort neue und ungew√∂hnliche Wege zu beschreiten, wo es noch keine Referenzerfahrungen gab. Mit seinem breiten Wissen, verbunden mit der F√§higkeit zu vernetztem Denken, fand er oft einfache L√∂sungen f√ľr komplexe Probleme.

Ein Beispiel f√ľr seine Arbeit: Wie konnte der Konflikt zwischen dem Standortwunsch der Europ√§ischen Zentralbank und dem Denkmalschutz der ehemaligen Gro√ümarkthalle gel√∂st werden? Die denkmalgesch√ľtzte Gro√ümarkthalle musste saniert werden, die Markth√§ndler brauchten neue R√§ume, die dem Wandel des Handels mit Lebensmittel gerecht werden konnten. Die Anfahrten der LKWs f√ľr den Gro√ümarkt belasteten das Wohnquartier im Ostend und die EZB suchte nach einem Standort, um aus ihrem Provisorium am Willy-Brandt-Platz ausziehen zu k√∂nnen. Diese vier Aufgabenstellungen f√ľhrte Peter Buchholz zusammen. Die H√§ndler bezogen neue R√§ume im Frischezentrum am Martinszehnten, die denkmalgesch√ľtzte Halle wurde repr√§sentatives Entree der EZB und die Zentralbank selber fand ihren ikonografischen Standort. Ganz nebenbei entstand mit der Weseler Werft eine Erweiterung des Mainuferparks, die aus dem Kultur- und Freizeitleben in Frankfurt nicht mehr wegzudenken ist.

2010 wurde Peter Buchholz in die Deutsche Akademie f√ľr St√§dtebau und Landesplanung berufen und er wurde zum Pr√ľfer beim Oberpr√ľfungsamt f√ľr den h√∂heren bautechnischen Verwaltungsdienst ernannt.

Im Jahre 2004 wurde Peter Buchholz Gesch√§ftsf√ľhrer der Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft. Die Mitgesellschafter, die ihn von seinen Projekten her kannten, baten ihn, diese Aufgabe zu √ľbernehmen.

Die Umwandlung eines ehrmaligen Wohnstandortes f√ľr Angeh√∂rige der amerikanischen Luftwaffe unmittelbar am Frankfurter Flughafen in ein neues Stadtquartier, in einen Standort f√ľr innovative Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen, war wohl die bedeutendste berufliche Leistung von Peter Buchholz. Er hat das Quartier geplant und seine Realisierung betreut und begleitet. Unter seiner F√ľhrung wurden die angesiedelten Unternehmen zu einer lebendigen Gemeinschaft. Innerhalb von nur acht Jahren gelang es ihm gemeinsam mit einem ebenfalls sehr engagierten Kollegen der Deutschen Bahn Gateway Gardens an eine S-Bahnstrecke einschlie√ülich einer unterirdischen Bahnstation anzubinden und, rechtzeitig zum Fahrplanwechsel 2019, in Betrieb nehmen zu lassen. Dies ist vorbildhaft und einmalig in Deutschland.

Ende 2017 schied Peter Buchholz aus der Gesch√§ftsf√ľhrung von Gateway Gardens aus. Danach gr√ľndete er seine Beraterfirma, beriet und plante f√ľr mehrere Unternehmen und St√§dte und intensivierte seine Lehrt√§tigkeit an verschiedenen Hochschulen sowie sein Engagement in der Deutschen Akademie f√ľr St√§dtebau und Landesplanung und wurde von den Eigent√ľmern und Nutzern in Gateway Gardens als Berater und Koordinator gerufen.

Peter Buchholz besa√ü bei allen seinen Aufgaben eine Zielstrebigkeit, die nicht ihn selbst, sondern das Ergebnis in den Mittelpunkt stellte. Seine Arbeitsweise war voller Kraft und positiver Energie, die die Projektbeteiligten mitriss. Und Peter Buchholz hatte Respekt vor der Aufgabe und Achtung vor den Menschen mit denen er arbeitete und Achtung vor den Menschen f√ľr die er arbeitete.

10. Januar 2020 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Ingelheim

Stadtrundgang und Kilmaschutz

Wo: Ingelheim am Rhein, Treffpunkt: Platz des Ingelheimer Wochenmarkts, Bahnhofstr. 9; Anschließend: Mediathek, Friedrich-Ebert-Str. 16

Wann: Freitag, den 22. November 2019, 13.00-16.30 Uhr

Die Fachveranstaltung beginnt mit einem Rundgang durch das Zentrum von Ingelheim am Rhein. Unsere Mitglieder Claudia Becker und Herbert Elfers haben mit ihrem Planungsb√ľro planquadrat f√ľr die Stadt Ingelheim an der Umgestaltung des Stadtzentrums mitgewirkt und werden auf dem Rundgang mit den Aufgabenstellungen und Ergebnissen der Stadtentwicklung vertraut machen.

Um 14.00 Uhr beginnt die Fachveranstaltung zum Thema Klimaschutz im Erdgeschoss der Mediathek. Am Anfang wird uns der Oberb√ľrgermeister der Stadt, Ralf Claus, begr√ľ√üen. Zwei Fachvortr√§ge zu unterschiedlichen Aspekten des Klimaschutzes und seinen Herausforderungen f√ľr die Raum- und Stadtentwicklung dienen der Information und Diskussion. Die Ergebnisse der Fachveranstaltung sollen zur Ausgestaltung einer gro√üen √∂ffentlichen Folgeveranstaltung im Fr√ľhjahr 2020 in Frankfurt am Main dienen. Die weitere Vorbereitung soll, sofern es bei den Mitgliedern der Landesgruppe eine entsprechende Bereitschaft gibt, einer kleinen Arbeitsgruppe √ľbertragen werden. Weiterlesen →

03. November 2019 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Diskussion, Gr√ľn und Freiraum, Politik, Sitzung, Stadtentwicklung, Verkehr und Mobilit√§t, Vortrag | Schlagw√∂rter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Nachlese zur Veranstaltung ‚ÄěRegional- und Stadtentwicklung‚Äú

Besser spät als nie. Daher hier noch die wesentlichen Ergebnisse unserer vorletzten Veranstaltung in Wiesbaden:

F√ľnf ausgewiesene Fachleute aus den Bereichen des St√§dtebaus und der Landesplanung waren am 10. Mai 2019 von unserer Landesgruppe eingeladen, ihre beruflichen Erfahrungen und Projekte beispielhaft in Kurzform zu pr√§sentieren. Gertrudis Peters, stellvertretende Hauptgesch√§ftsf√ľhrerin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH), berichtete √ľber das Projekt ‚ÄěStadt-Land-Zukunft/Hessen 2040‚Äú. Markus Eichberger, Leiter des Unternehmensbereichs Stadtentwicklung der Nassauischen Heimst√§tte, hatte das Thema ‚ÄěStadtentwicklungsplanung in Kooperation zwischen Kommune und √∂rtlicher Wirtschaft: der Masterplan Offenbach 2030‚Äú ausgew√§hlt. Camillo Huber-Braun, Leiter des Stadtplanungsamtes Wiesbaden, referierte unter dem Titel ‚ÄěAn der Schnittstelle zwischen Regional- und Stadtplanung ‚Äď Impulse f√ľr ein neues Planungsverst√§ndnis in der Region S√ľdhessen‚Äú. Torsten Becker, freischaffender Stadtplaner und Inhaber des B√ľros tobe.STADT, trug zum Thema ‚ÄěStadtgrundriss und Stadtraum im zeitgen√∂ssischen St√§dtebau ‚Äď Erleben wir eine Renaissance gr√ľnderzeitlicher Strukturen ?‚Äú vor. Und last, but not least er√∂rterte Alexander Gemeinhardt, Vorsitzender des Vorstands der Schader-Stiftung in Darmstadt, das Verh√§ltnis von ‚ÄěExperten und Laien in Planungsprozessen ‚Äď Ann√§herung an eine Verh√§ltnisbestimmung‚Äú. Weiterlesen →

23. Juni 2019 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, B√ľrgerbeteiligung, Diskussion, Regionalentwicklung, St√§dtebau, Stadtentwicklung, Vortrag | Schlagw√∂rter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Nachlese zur Veranstaltung „Steuern durch Steuern!?“



Elena Wiezorek, Vorsitzende unserer DASL-Landesgruppe, eröffnet die gut besuchte Veranstaltung

 

Zum Systemwechsel noch zu fr√ľh

Die √úberschrift unserer Veranstaltung war zugleich mit einem Fragezeichen und einem Ausrufezeichen versehen. Steuern die Steuern eigentlich, im vorliegenden Fall eine m√∂gliche Bodenwertsteuer, etwa dahingehend, dass sie Bauherren zum Bauen unbebauter, aber bebaubarer Grundst√ľcke animiert und damit ihren Beitrag zu einer sozial-√∂kologischen Stadtentwicklung leistet? Oder, m√ľsste es nicht wenigstens ihr Anspruch sein, zu steuern? Wieviel einfacher w√§re doch das Planerleben, wenn wir nicht st√§ndig gegen die tats√§chlich oder vermeintlich falsch gesetzten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angehen m√ľssten!

Dieser Wunsch erhielt gleich zu Anfang einen D√§mpfer. Was w√ľrde sich denn √§ndern, so die Frage des hessischen Finanzministers Sch√§fer, wenn sich die durchschnittliche Grundsteuer um 400 ‚ā¨ je Grundst√ľck erh√∂hen, also verdoppeln w√ľrde? Davon w√ľrde sich doch kein Profi von der Bodenspekulation abhalten lassen. Hingegen k√∂nnten die vielen privaten Eigent√ľmer, vor allem die, die abseits der Metropolen ein Grundst√ľck f√ľr ihre Erben bevorraten, √ľber Geb√ľhr belastet werden.

Und so geht die Rechnung: 35 Mio. Grundst√ľcke in Deutschland generieren 14. Mrd. ‚ā¨ Steuern im Jahr. Das macht 400 ‚ā¨ je Grundst√ľck. Aber Vorsicht mit den Durchschnittswerten: In einer wachsenden Metropole k√∂nnen das je nach Grundst√ľcksgr√∂√üe, Ertragswert, Steuermesszahl und Hebesatz ein paar 10.000 ‚ā¨ pro Jahr sein, aber auf dem Land, in strukturschwachen Gebieten wenige 10 ‚ā¨. Weiterlesen →

07. Juni 2019 von ESchuetz

Kategorien: Diskussion, Immobilien, Ländlicher Raum, Metropolregionen, Politik, Stadtentwicklung, Wohnen | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

Steuern durch Steuern!? Stadtentwicklung und die Reform der Grundsteuer(n)

Wir möchten allen Interessierten noch einmal unsere Veranstaltung am kommenden Montagabend in Wiesbaden zum Thema an Herz legen.

Der hessische Staatsminister der Finanzen, Dr. Thomas Sch√§fer, und Prof. Dr. Dirk L√∂hr, Initiator der Initiative Grundsteuer: Zeitgem√§√ü! tragen vor und diskutieren mit Prof. Dr. Carsten K√ľhl, dem Gesch√§ftsf√ľhrer des Deutschen Instituts f√ľr Urbanistik, w√§hrend in Berlin und in den L√§ndern immer noch √ľber die Grundsteuerreform gerungen wird.

Dazu haben wir diese Pressemitteilung veröffentlicht.

Und als Einstimmung f√ľr die Diskussion empfehlen wir diesen Beitrag aus Frontal21, der vor allem die Position von Prof. L√∂hr wiedergibt.

29. Mai 2019 von ESchuetz

Kategorien: Diskussion, Immobilien, Stadtentwicklung, Vortrag, Wohnen | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

Werner Durth zum 70.

Werner Durth feiert heute seinen 70. Geburtstag. Das Baunetz hat eine sch√∂ne W√ľrdigung seines bisherigen Wirkens ver√∂ffentlicht.

Wir gratulieren unserem Mitglied herzlich, nicht nur zum runden Geburtstag, sondern auch zur Ehrenmitgliedschaft im Bund Deutschen Architekten!

17. Mai 2019 von ESchuetz

Kategorien: Akademie, Personalia | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

Fachtagung in Wiesbaden

Thema:
Steuern durch Steuern!? Stadtentwicklung und die Reform der Grundsteuer(n)

Wann: am Montag, den 03. Juni 2019, 20.00-ca. 22.30 Uhr
Wo: im Rathaus der Stadt Wiesbaden, Großer Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung, Schlossplatz 6, 65185 Wiesbaden

Die Grundsteuerreform wird derzeit im politischen Raum kontrovers diskutiert. Wir halten es f√ľr richtig, diese Debatte nicht allein den Finanz- und Steuerexperten zu √ľberlassen und wollen deshalb fragen, welche Chancen und Risiken sich f√ľr die Entwicklung der St√§dte und Gemeinden bei unterschiedlichen Ausgestaltungen der Grundsteuer ergeben. Dabei halten wir es f√ľr notwendig, den Blick auf die alternativen Grundsteuermodelle zu richten und auch eine ‚Äď potentielle ‚Äď Bodenwertzuwachssteuer in die Debatte einzubeziehen, zudem sollen erg√§nzend verwandte Steuern und Steuervorschl√§ge wie insbesondere die Grunderwerbssteuer betrachten werden.
Im ‚ÄěKlein-Klein‚Äú des √ľblichen politischen Tauziehens mag es als unrealistische Vision erscheinen, aber gel√§nge ein ‚Äěgro√üer Wurf‚Äú in der Neuordnung der auf Immobilien bezogenen Steuern, k√∂nnte ein Teil planerischer und regulierender Verwaltungst√§tigkeiten eingespart werden – weil Steuern die Entwicklung der Gemeinden ein St√ľck weit in die richtige Richtung steuern k√∂nnen. Wir glauben, dass es der M√ľhe wert ist, √ľber umfassende Konzepte und finanzielle Hebel nachzudenken.

F√ľr die Veranstaltung haben wir mit dem hessischen Finanzminister und Koordinator der CDU-L√§nder in der Finanzpolitik, Herrn Dr. Thomas Sch√§fer, und Prof. Dr. Dirk L√∂hr, Hochschule Trier, zwei hochkar√§tige Referenten gewinnen k√∂nnen. Die Diskussion wird Prof. Dr. Carsten K√ľhl moderieren, der als Gesch√§ftsf√ľhrer des Deutschen Instituts f√ľr Urbanistik und fr√ľherer Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz ebenfalls bestens mit dem Themenkomplex vertraut ist.

(Text: Dieter von L√ľpke) Weiterlesen →

04. Mai 2019 von ESchuetz

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Fachtagung und Landesgruppensitzung in Wiesbaden

Wann: am Freitag, den 10. Mai 2019, 14:00 bis ca. 16:30 Uhr

Wo: im Foyer des Stadtplanungsamt Wiesbaden, Räume San Sebastian/Montreux, Gustav-Stresemann-Ring 15, 65189 Wiesbaden

 

Thema: Regional- und Stadtentwicklungsplanung

Regional- und Stadtentwicklungsplanung in Deutschland werden ‚Äď je nach Region und Standort ‚Äď einerseits durch Prozesse des Wachstums, andererseits durch Prozesse der Schrumpfung herausgefordert. Ein Ausgleich dieser unterschiedlichen Entwicklungen wird immer wieder angeregt, ohne dass bisher Ans√§tze einer effektiven Umsetzung erkennbar sind. Der Regional- und Stadtentwicklungsplanung begegnen ‚ÄěUnsicherheit und Komplexit√§t‚Äú (Thema unserer Jahrestagung 2017 in Berlin ) und sie sollen dennoch¬†langfristig √ľberzeugende L√∂sungen finden. Sie sind ‚ÄěPlanung in Zeiten beschleunigten Wandels‚Äú (Untertitel derselben Jahrestagung )¬†und m√ľssen dennoch √ľberzeugende Antworten¬†f√ľr neue Bed√ľrfnisse und Probleme erarbeiten. Der Zeitbedarf f√ľr Regionalplanung und gesamtst√§dtische Planungs- und Bauprozesse ist hoch und tendenziell wachsend.

Planungen auf beiden Planungsebenen bed√ľrfen daher der politischen Unterst√ľtzung auch √ľber Wahlperioden hinaus. Dem steht vielfach (ohne die ‚ÄěEigenlogik‚Äú von Gemeinden untersch√§tzen zu wollen) eine Planungspolitik entgegen, die das direkte Gespr√§ch mit vielen W√§hlern und Nicht-W√§hlern verloren hat, und die sich ersatzweise an Meinungsumfragen und Forderungen einzelner Interessengruppen orientiert. Der den beiden Planungsebenen eigene Abstraktionsgrad erschwert die politische Auseinandersetzung zus√§tzlich. Weiterlesen →

13. April 2019 von ESchuetz

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Der neue Vorstand stellt sich vor

Am 15. Februar 2019 sind Dr. Elena Wiezorek, Hauptgesch√§ftsf√ľhrerin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, als Vorsitzende und Dieter von L√ľpke, bekannt als ehemaliger Leiter des Stadtplanungsamts der Stadt Frankfurt am Main, jetzt im Ruhestand, und Prof. Dr. Elmar Sch√ľtz, Leiter Development bei der Aurelis Real Estate Service GmbH, Region¬† Mitte, als Stellvertreter neu bzw. wieder wieder gew√§hlt worden. Den scheidenden Vorst√§nden Dr. Monika Meyer und Dr. Gabriela Bloem gilt der Dank f√ľr ihr √ľbergro√ües und √ľberzeugendes Engagement als bisherige Vorst√§nde!

Der neue Vorstand hat sich vorgenommen, die gute Arbeit fortzusetzen und gleichzeitig im Dialog mit den Mitgliedern neue Akzente setzen. U. a. wollen sie sich und unsere Landesgruppe mit den Kompetenzen ihrer Mitglieder immer immer wieder als eine Art Think Tank zu st√§dtebaulichen, landesplanerischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen in der √Ėffentlichkeit wahrnehmbar machen.

Foto: © Kristina Schäfer, Mainz

07. April 2019 von ESchuetz

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