Auf nach Mainz zur DASL-Jahrestagung 2018: Migration als Alltag

Man k√∂nnte auch sagen, Migration ist der Normalfall. Die Menschen ziehen von Kontinent zu Kontinent, Land zu Land, von Region zu Region, von Stadt zu Stadt, vom Land in die Stadt und umgekehrt, von Gemeinde zu Gemeinde. Neugier, Abenteuerlust und Horizonterweiterung, Entkommen aus missliebigen politischen oder sozialen Strukturen, berufliche Herausforderungen, privates Gl√ľck und die Suche nach besseren Lebensverh√§ltnissen sind klassische Migrationsmotive. Das war in der Menschheitsgeschichte immer so und wird auch immer so bleiben. Verst√§rkt hat sich im Zuge der Europ√§ischen Einigung die EU-Binnenmigration. In den letzten Jahren erleben wir zus√§tzlich eine Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen, wobei Krieg, Verfolgung und Vertreibung sowie schlechte Umweltbedingungen als Ursachen hinzukommen. Sicher, gerade die kulturkreis√ľbergreifende Migration bringt besondere Herausforderungen mit sich. Aber die im aktuellen Diskurs bisweilen arg konstruierte Dichotomie von „denen“ und uns“, von „Migranten“ oder gar „Fl√ľchtlingen“ und der „Aufnahmegesellschaft“ (die allerdings alles andere als homogen ist),¬†verstellt dabei den Blick auf den Normalfall, auf den Alltag und ist der Integration gar nicht zutr√§glich.

Einen guten, alltags-perspektivischen¬†Einstieg zum Thema liefert¬†die ZDF-Reportage „Neue Heimat, fremdes Land. Fl√ľchtlinge in Deutschland“, die k√ľrzlich ausgestrahlt wurde. Dabei wird das Thema Wohnen als ein zentrales Integrationsthema aufgegriffen. Die Jahrestagung¬†unserer Akademie am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag, die¬†den H√∂hepunkt unserer Auseinandersetzung mit dem Thema Migration darstellt, geht fachspezifisch weiter und untersucht Quartiersentwicklung, Infrastruktur, Funktionszuweisungen (neben Wohnen auch Bildung und Arbeit), √∂ffentlichen Raum und Stadtgestaltung (Workshops am Nachmittag des ersten Tages). Wir stellen die Migration r√§umlich und zeitlich auch in gr√∂√üeren Zusammenhang und diskutieren ihre Bedeutung als konstituierendes Element der (europ√§ischen) Stadt (Prof. Dr. Walter Siebel, Universit√§t Oldenburg Prof. Dr. Erol Yildiz, Universit√§t Innsbruck am Freitagvormittag). Wir fragen nach den fachlichen Guidelines, die langfristig als auch bei der Krisenintervention helfen (Michael von der M√ľhlen, Staatssekret√§r¬† Nordrhein-Westfalen a. D.,¬†Prof. Ruth Berktold, Inhaberin YES¬† Architecture/Hochschule M√ľnchen ebenfalls am Freitagvormittag) und wir schaffen die internationale Perspektive (Impuls von Dr. Auma Obama , Gr√ľnderin und Vorsitzende der Sauti Kuu Foundation, Germanistin und Soziologin, am Samstagvormittag). Eine Diskussion einer gro√üen Zahl von Migrations-bezogenen Projekten wird auf dem sogenannten¬†Marktplatz am Samstag im Mittelpunkt stehen. Der lesenswerte¬†Vorbereitende Bericht gibt darauf einen Vorgeschmack und f√ľr notwendige begriffliche Einordnungen und Perspektive auf das Thema beste Orientierung. Am Sonntag finden gef√ľhrte Exkursionen in der Region FrankfurtRheinMain statt (nach Offenbach, Frankfurt, Hanau und nat√ľrlich Mainz).

Hier finden sich Programm und Anmeldung. Wir freuen uns, wenn noch ein Kurzentschlossene dazustoßen!

Bild: Kottbusser Tor, Berlin-Kreuzberg (© Flickr)

 

23. September 2018 von ESchuetz
Kategorien: Akademie, Diskussion, Infrastruktur, Politik, Stadtentwicklung, Vortrag, Welt, Wohnen | Schlagwörter: , , , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Bis vor kurzem standen hier noch zwei Kommentare. Diese haben wir wegen Belanglosigkeit gel√∂scht. Einiges sprach daf√ľr, dass sie von einem Bot, also automatisch nach Stichwortsuche erzeugt wurden. Allein der enthaltene Hinweis auf Naturkatastrophen, die ebenfalls Fluchtursache sein k√∂nnen, m√∂chten wir hier wiedergeben.

    Ansonsten w√ľnschen wir uns Beitr√§ge zur Sache, fundiert, leidenschaftlich, gerne auch kontrovers und in jedem Fall stilvoll.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Datenschutz ist uns wichtig!
Die Angaben, welche Sie im Kommentarformular eingeben, machen Sie auf freiwilliger Basis. Der Name wird sp√§ter mit dem Kommentar angezeigt. Geben Sie keinen Namen an, wird sp√§ter "Anonymous" angezeigt. Ihre E-Mailadresse ist f√ľr andere Besucher der Webseite nicht sichtbar. Mit dem Speichern des Kommentars wird Ihre IP-Adresse gespeichert. Das geschieht, damit wir Spam-Kommentare aussortieren k√∂nnen. Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter!
Mehr zu unseren Datenschutzeinstellungen können Sie hier lesen.


vier × vier =