Homo Urbanus

Schon im letzten Jahr erschien ein Buch mit dem gleichnamigen Titel der Evolutionsbiologin Elisabeth Oberzaucher. Vermutlich zufällig, aber dennoch beachtenswert hat sich nach dem Psychiater und Neurologen Mazda Adli ein(e) zweite Nicht-Raum-Wissenschaftler(in) des Themas Stadt angenommen.

Frau Oberzaucher geht von dem Konzept der „Umgebung der evolution√§ren Angepasstheit“ aus und leitet daraus Empfehlungen f√ľr Stadtplaner und Architekten ab. Die Angepasstheit bezieht sie vor allem auf die Savanne, in der der fr√ľhe Menschen lange gelebt hat. Ihre Empfehlungen erscheinen bisweilen etwas allzu naheliegend und das Buch ist aus wissenschaftlicher (dort aber aus eher formaler) Sicht teilweise umstritten. Dennoch: Es ist hilfreich, sich gewisser Urpr√§gungen des Menschen zu vergewissern und sie mit neueren Erkenntnissen der (Stadt-)Soziologie zu verschneiden, um sein eigenes Wirken im st√§dtebaulichen Kontext zu hinterfragen. Raumwahrnehmung, Vorlieben f√ľr bestimmte r√§umliche Konstellationen und deren Aneignung (Territorialverhalten) haben wohl viel mit dem archaischen Menschen und seiner damaligen Lebenswelt zu tun. Und f√ľr das Hinterfragen bietet das Buch gute Anregungen.

Foto: (c) Springer-Verlag

18. März 2018 von ESchuetz
Kategorien: Architektur, St√§dtebau | Schlagw√∂rter: , , , | Kommentare deaktiviert f√ľr Homo Urbanus