Siedlungsstern

In unregelmäßiger Reihenfolge wollen wir uns anschauen, was in anderen Regionen diskutiert wird. Wir beginnen mit der Hauptstadtregion. Dort steht die Revision des Landesentwicklungsplans Haupstadtregion (LEP HR) an. Die Beteiligungsphase ist abgeschlossen und ausgewertet. Sein Beschluss in den Landesparlamenten soll jetzt kommen. Aber der gut geplante, längst etablierte und nun um zwei weitere „Spitzen“ (Strahlen, Achsen) ergänzte Siedlungstern, so wie es das Ergebnis der gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg vorsieht, steht in der Kritik.

In den Achsenzwischenräumen fühlen sich offenbar manche benachteiligt, wie der Deutschlandfunk in einem aktuellem „Hintergrund“ zum Thema berichtet. Denn sie wollen am regionalen Wachstum weiterhin teilhaben und fürchten das Gegenteil. Schaut man sich die bisherige Bevölkerungsentwicklung im Regionalmonitoring an (Kapitel: Bevölkerung, Thema: Bevölkerungsentwicklung, Zeit: 1991-2017), so bilden sich die Strahlen allerdings (noch) nicht ab.

Am 01. September wird in Brandenburg der neue Landtag gewählt. Nun rutscht die anstehende Entscheidung über den LEP HR wahrscheinlich in den Wahlkampf. Die oppositionelle CDU hat sich dagegen positioniert und fachliche Unterstützung gesucht. Die bisherige Kritik verkennt allerdings die Vorteile eines Siedlungssterns in Sachen Effektivität und Effizienz, wenn es z. B. um die Allokation von Investitionen in Infrastruktur und Daseinsvorsorge oder den Umwelt- und Klimaschutz geht.

Interessant ist in jedem Fall, dass, während Berlin Wachstumsschmerzen plagen, in Brandenburg Kommunen zwischen und abseits des Sterns (weiter) wachsen wollen und dass Landesentwicklungsplanung ein stark politisch diskutiertes Thema ist.

Bild: Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg, 2. Entwurf des Landesentwicklungsplans Hauptstadtregion (Auszug)

25. März 2019 von Anke Kochenburger
Kategorien: Metropolregionen, Regionalentwicklung, Stadtentwicklung, Wohnen | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

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